Sieh mich an

Titel: Sieh mich an
Autor: Natasha Friend
Verlag: Carlsen
Originaltitel: My Life in Black and White
Erschienen: Februar 2014
Taschenbuch, 352 Seiten
Preis: 10,99€
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Inhalt:

Lexis Leben ist perfekt-ihre beste Freundin Taylor hält stets zu ihr, Ryan ist der perfekte Freund und sie ist schön. Doch ein einziger Abend nimmt ihr alles. Hätte Taylor sie nicht mit Ryan betrogen, wäre sie nie in das Auto gestiegen und wäre beim Unfall nicht durch die Frontscheibe ausgestiegen. Nun ist ihr Gesicht entstellt und Lexi fragt sich, was ihr jetzt noch bleibt. Ihr Leben ist kaputt, sie hat alles verloren. Dann erhält sie jedoch Hilfe von unerwarteter Seite und lernt, sich ein neues Leben aufzubauen…

Meine Meinung:

Gut gefallen hat mir die Idee für die Geschichte: ein Mädchen, vorher beliebt und hübsch, zieht sich nach einem Unfall, bei dem ihr Gesicht schwer verletzt wurde, zurück. Jedoch wurde alles eher nur oberflächlich angekratzt, Charaktere wie Handlung, es gab einfach keine wirklich Tiefe. Lexi, die Protagonistin, hat mich irgendwann mit ihrem Selbstmitleid ziemlich genervt und ich habe auch nicht wirklich verstanden, warum sie sich so eingeigelt hat. Klar, ihre beste Freundin Taylor hat sie mit ihrem Freund Ryan betrogen, aber anstatt mal mit ihr zu reden, weist sie deren Anrufe und per SMS verschickte Entschuldigungen ab. Was mich dann ziemlich verwirrt hat, das Lexi selbst sagt, dass ihre Freundschaft super war, sie jedoch auch wie ihre Mutter den Schatten gesehen hat, der sich aufgrund Taylors Neid auf Lexi oftmals über die Freundschaft gelegt hat. Das hat für mich wenig zusammengepasst, ebenso wie Lexis Rettungsmaßnahme, als Taylor in einer schwierigen Situation und nicht fähig ist, sich aus ihr zu befreien. Davor hatte Lexi nämlich gerade noch versucht, den Jungen zu verführen, auf den Taylor stand. Diese Widersprüche fand ich etwas seltsam. Ebenso Lexis dann auf einmal ganz plötzliche Wandlung, ihr Aufwachen, als sie erkennt, dass sie ja doch gar nicht so schlimm aussieht und ihre Freunde ja doch noch zu ihr halten. Dabei hat ihr schon vorher ihre Schwester Ruthie, die mir richtig gut gefallen hat, gesagt, was Lexi endlich ändern sollte. Nur war Lexi anscheinend zu egoistisch und wollte nicht auf ihre scheinbar uncoole Schwester hören. Die taucht ziemlich plötzlich auf und schien lange Zeit keinen Platz in Lexis Leben mehr zu haben. Schön fand ich dann, dass sie sich näher kommen und dass Lexi ihre arrogante Art ablegt. Besonders die Erlebnisse der Beiden waren gut beschrieben, wenn auch wieder nicht sonderlich detailliert. So ging es mir auch mit Theo: ein supernetter Kerl, dessen Interesse an Lexi ich teilwiese nur schwer nachvollziehen konnte. Unterhaltsam waren die Szenen, in der er Lexi das Boxen beigebracht hat, und sie haben einige tiefgründige Gespräche über die Schönheit und den Tod geführt-jedoch waren diese neben ein oder zwei Gesprächen mit Ruthie die einzigen, nicht oberflächlich wirkenden Stellen. Zum Ende hat es mich dann aber für beide gefreut, dass sie zusammen gekommen sind und Lexi sich verändert hat. Super fand ich auch die Szene, wo sie so richtig mit Ryan Schluss macht, er ist mir nämlich nicht wirklich sympathisch und ich fand sein perfektes und arrogantes Schwiegersohnverhalten echt ätzend. Anscheinend hat sie doch so was wie einen willen, denn sie nun endlich mal benutzt. Da ändert sich auch schlagartig die Beziehung zu ihrer Mutter, die ihr vorher immer alles vorgeschrieben hat. So konnte mich die Handlung leider nicht zu 100% begeistern, ich hatte mir mehr über Tiefgang und auch deutlich mehr über ihre Gesichtsverletzungen erhofft. So hat es mehr wie ein normaler Jugendroman gewirkt, mehr mit dem Schwerpunkt Liebe und Beziehungen, was ja aber auch nicht soschlecht ist. Zudem fand ich alle Charaktere ganz ok, sie waren mir sympathisch oder nicht, aber mit Lexi konnte ich mich leider gar nicht identifizieren. Sehr gut hingegen haben mir Schreibstil und Cover gefallen, selbst wenn ich mir Lexi ganz anders vorstelle. Der Schreibstil macht das Buch wirklich lesenswert, er ist sehr angenehm und flüssig zu lesen und lässt die Seiten geradezu dahinfliegen. Ein wirklicher Lichtblick 😮

Fazit:

Ein Jugendroman, der nicht mehr als ok ist, die Ereignisse wurden einfach nur angekratzt, der jedoch durch einen super Schreibstil und ein schönes Cover auftrumpft. Deshalb gibt es von mir noch knappe 4 von 5 Punkten, jedoch auch keine wirkliche Leseempfehlung.

 

Ich funkelte Ryan böse an. „Wenn dir unser Verhältnis auch nur im Geringsten wichtig gewesen wäre, hättest du nicht mit ihr rumgemacht.“

„Jetzt hör aber auf Lexi“, murmelte er.“ Ich habe mich bereits entschuldigt. Das müssen wir wirklich nicht noch einmal aufwärmen.“

Das tat weh.

Ich hatte vier Päckchen Butter in der Hand, die inzwischen in der Wärme weich geworden waren. Ich musste nicht sehr fest zudrücken, um die glänzenden gelben Bomben explodieren zu lassen.

„ Was tust du da?“ fragte Ryan, während er zurücksprang und erschrocken auf sein Jackett blickte.

„Oh, das tut mir leid.“

„Bist du wahnsinnig?“

„Ich habe mich bereits entschuldigt, Ryan“, antwortete ich. „Das müssen wir wirklich nicht noch einmal aufwärmen.“

S.334, 335

 

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