Der Gottbettler

Titel: Der Gottbettler
Autor: Michael M. Thurner
Verlag: Blanvalet
Originalsprache: Deutsch
Erschienen: 21.10.2013
Taschenbuch, 512 Seiten
Preis: 14,00€
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Inhalt:

Die Armee des Gottbettlers unter Metcairn Nife droht die ganze Welt mit dem Grau und der Gewalt des Gottbettlers zu überziehen. Nur drei Menschen sollen in der Lage sein, dies zu verhindern. Einer davon ist der junge Magier Pirmen, der sich auf die schwere Suche nach seinen Weggefährten macht. Der einst mächtige Krieger Rudynar Pole will seine Vergangenheit im Alkohol ertrinken, die alte kräuterkundige und Giftmischerin Terca hingegen wartet jeden Tag auf den Sog, der sie endlich dazu bringt, sich von den Klippen vor der Stadt Poitrea zu stürzen. Doch nur sie zusammen sind in der Lage, die Pläne des Gottbettlers zu stören…


Meine Meinung:

Schon von der ersten Seite an war ich begeistert. Michael M. Thurners Schreibstil ist sehr bildlich und entführt uns in eine gewaltige, dunkle und brutale Welt, die sich ganz klar vom Mainstream abhebt. Einige Szenen sind wirklich sehr hart und brutal beschrieben, teilweise musste ich richtig schlucken, jedoch ist dies absolut faszinierend. Ebenso die Charaktere, die alles andere als die typischen Helden sind, nicht nur schwarz und weiß gezeichnet, sondern auch mit vielen Eigenschaften und Reaktionen, die im Graubereich liegen, weil man einfach nicht sagen kann: „Das ist eine schlechte Tat“ oder “Absolut richtig!“. Terca beispielsweise ist eine über 200 Jahre alte Wicca, die Herrin der Unterwelt von Poitrea, die sich ihren Platz keinesfalls gewaltfrei erarbeitet hat. Jedoch ist ihre rüde und selbstsüchtige Art für mich absolut verständlich, ohne diese hätte sie nie so lange in dieser Welt überlebt. Auch der anfangs eigentlich sehr sympathisch scheinende Magier Pirmen zeigt schnell sehr düstere und fiese Seiten. Machtbesessen und skrupellos verfolgt er schließlich seine Ziele und ist durch nichts aufzuhalten. Da war mir Rudynar Pole trotz seiner rauen Art manchmal noch der Sympathischste, besonders seine Vergangenheit fand ich sehr interessant. Insgesamt ging es mir so bei allen Charakteren, wirklich toll, wie der Autor dies gemacht hat und die Charaktere beschrieben hat. Die Handlung an sich hingegen unterscheidet sich nicht wirklich von anderen Fantasybüchern: Ein paar „Helden“ sollen die Bösen auslöschen, die kurz davor stehen, die ganze Welt zu beherrschen. Nur kann man in „Der Gottbettler“ eben diesen und seine Ziele sehr gut nachvollziehen, schließlich will dieser die Welt mit seinem Grau überziehen, um ihr Frieden zu schenken. Eigentlich kein wirklich böser Gedanke, oder? Allerdings müssen dazu die ganzen Oberen, die Herrscher und Reichen, die die Armen ausbeuten und unterdrücken, getötet werden. Mich hat es absolut fasziniert, auf welchem schmalen Grat zwischen Gut und Böse sich die Charaktere, das gesamte Buch, die ganze Zeit befinden. Ebenso gibt es sehr viele Überraschungen, und die Verbindungen zwischen den einzelnen Personen, die ich anfangs für sehr einfach hielt, stellten sich als sehr komplex dar-allerdings auf eine super Weise, immer unerwartet und trotzdem nicht verwirrend. Einen wirklichen Schocker gab es dann gegen Ende-was ich meine, müsst ihr schon selbst lesen;) Das war noch mal richtig heftig und brutal, hat dem Buch aber noch mal eine richtig plötzliche Wendung gegeben und die Spannung zum großen Finale noch mal richtig hochgerissen. Von dem Showdown war ich allerdings fast schon enttäuscht. Er verlief geradezu unspektakulär im Vergleich zu vorherigen Handlungen. Das ist aber eigentlich auch mein einziger Kritikpunkt:) Das Cover gefällt mir nämlich ebenfalls sehr gut, auch wenn es fast trist mit seinen Grautönen wirkt. Dies passt allerdings super zum Buch!

Fazit:

Wie Michael M. Thurner so schön geschrieben hat: „Ich warne davor, dass der „Gottbettler“ keine leichte Kost ist. Es gibt keine Elfen, keine Orks und auch keine flauschigen Einhörner.“ Wegen der heftigeren Sprache und oftmals brutalen Handlung würde ich das Buch eher Erwachsenen und vielleicht noch Jugendlichen ab 16 mit harten Nerven empfehlen. Mir jedenfalls hat das Buch sehr gut gefallen, es war eine sehr gelungene Abwechslung: 5 von 5 Punkten.

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