Interview mit Thorben Perth, dem Autor von Anomalie-Schicksal

PortraitThorbenPerthGross
Der Liechtensteiner Thorben Perth, Jahrgang 1975, lebt in Balzers und ist Vater von 2 Kindern. Hauptberuflich ist er IT-Sicherheitsbeauftragter in einem Finanzinstitut, nebenbei arbeitet er als Autor.

Meine Rezension zu seinem Debütwerk Anomalie-Schicksal findet ihr hier.

 

 

Bücher schreiben-ein Kindheitstraum von dir oder nicht?

Ich habe mit 11 Jahren mit meinem Fantasy-Zyklus Anomalie begonnen. Also klar ja, es war ein Kindheitstraum von mir. Nur hat der Zyklus dazumal noch nicht so geheißen und war sehr geprägt von Star Wars und Highlander. Aber wie man sieht: Mit etwas Beharrlichkeit, kann man selbst nach 26 Jahren seinen Kindheitstraum erfüllen und sein eigenes Universum anderen näher bringen. Für mich bedeutet Schreiben, wieder Kind sein zu dürfen und seiner Fantasie freien Lauf zu lassen.

 

Eine schöne Antwort:) Und wow, schon mit 11 Jahren- ganz schön zielstrebig:)Da haben manche noch nicht mal ihr erstes Buch gelesen;)

Ja, ich war früh unterwegs. Die 26 Jahre sind aber auch etwas geflunkert. Von 1996 bis 2006 hatte ich eine Schaffenspause, da ich merkte, dass die Qualität nie für eine Veröffentlichung reicht. Aber der Ehrgeiz hat mich zu einem Neuanfang getrieben.

 

Also hast du das ganze Buch noch mal neu geschrieben? Gute Ausdauer! Ich hätte wahrscheinlich gleich aufgehört, wenn ich gemerkt hätte, dass es nicht klappt…

Es gab davor schon 3 unveröffentlichte Bücher. Das 4. (Anomalie – Schicksal) hatte ich nie beendet, weil ich im 1996 in die Schaffenskrise fiel. 2006 habe ich mir dann gesagt: „Ne, so kannst Du das Buch nicht sterben lassen.“ Schluss gefunden über Prophezeiung, roten Faden geprüft, Spannungsbögen ergänzt und dann mit neuen Charakter-Namen und Titel losgelegt (Anomalie hieß früher Gladya wie Gladiatorin). Das Buch hat sicher fünf Vollüberarbeitungen seit 2006 hinter sich.
Ein Dozent sagte mir einst, dass er immer dann ein Buch druckreif hatte, wenn er es nicht mehr anschauen konnte. Daran habe ich mich immer erinnert und ja, es stimmt auch.
Und Ausdauer braucht man wirklich für ein solches Werk. Die Hürden sind da viele, seien es Kollegen, Verlage, der eigene Ehrgeiz, Lektoren oder was und wer auch immer.

 

Nun, nach fünf Vollüberarbeitungen kann ich mir gut vorstellen, dass du das Buch nicht mehr sehen konntest;) Ich weiß nicht mehr wo, aber irgendwo habe ich gelesen, dass Thorben Perth ein Künstlername ist. Stimmt das? Und wenn ja, was steckt dahinter?

Thorben Perth ist der Künstlername von Werner Stocker.
Thorben ist eine Langform von „Thor“ dem Donnergott. Dies soll die Brücke zu dem Thema „Blitze“ im Anomalie-Zyklus schlagen. Denn diese mystische Komponente zieht sich als roter Faden durch alle Bücher.
Perth selbst ist die Dornenhecke und soll aufzeigen, dass es zum Bücher schreiben mehr braucht, als nur eine gute Idee. Man muss über Jahre durchhalten und an seine Geschichte glauben, aus Fehlern und Scheitern lernen, sich immer wieder aufraffen und weitermachen. Nur wer sich selbst treu bleibt, wartet am Ende ein fertiges Buch, zu dem man uneingeschränkt stehen kann.
Aus beiden Namensteilen ergibt sich eine einzigartige Kombination, die noch nie da war. Bei Werner Stocker erscheint der Schauspieler aus Herbstmilch, der selbst Autor ist. Da passt der Anomalie-Zyklus nicht rein.

 

Wow, hätte nicht gedacht, dass so viel Bedeutung hinter einem Namen stecken kann O.O Besonders Perth, also Dornenhecke finde ich gelungen und trifft ja auch super zu.  Und mit Thorben Perth läufst du bestimmt nicht Gefahr, verwechselt zu werden!
Also würdest du den Autorenberuf als sehr schwierig und hart bezeichnen?

Schwierig ist daran ist, dass man eigentlich so viele Hürden meistern muss, bis man an seine Leser gelangt. Zuerst das Buch aufs Papier bringen, einen Verlag zu überzeugen, dann die Leser gewinnen und diese auch für die eigene Sache begeistern. Der Lohn ist des Schreibens ist, wenn die Leser in Deine Welt mitgerissen werden und in dieser aufgehen. Dafür schreibe ich.

Definitiv eine schöne Motivation:) Und auf wie viel Bände hast du die Anomalie-Reihe ausgelegt?

Ich habe mir geschworen, meine Bücherreihe komplett druckreif raus zu bringen. Aus 4 Büchern werden letzten Endes also 3 werden.
Mein primäres Ziel ist ein Dreiteiler und wenn meine Fans es wünschen, werde ich dann die Fortsetzung zu „Anomalie – Schicksal“ schreiben oder die Vorgeschichte zur Vorgeschichte. Die Schläfer haben eine sehr bewegte Vergangenheit, wie der „Schwarze Lord“ in einem Nebensatz mal angedeutet wurde.

 

Ein eigenes Buch über die Vergangenheit der Schläfer wäre bestimmt sehr interessant! Werden auf den Folgecovern wahrscheinlich dann auch Blitze zu sehen? Entwirfst du die Cover selbst/hast du schon ein Neues vorbereitet?

Vermutlich werden wieder Blitze auf dem nächsten Cover zu sehen sein. Mir schwebt da schon was fürs neue Buch vor. Man soll aber seinen Cover-Designer nicht zu sehr einengen. Diese müssen sich ja auch entfalten können. Karsten Schreuers hat meine Geschichte so treffend umgesetzt, dass ich ihn wieder nehmen werde.

 

Na dann bin ich schon mal auf Inhalt und Cover gespannt;) Welche  Gruppe willst du mit deinen Büchern erreichen?

Alle, die gerne Fantasy und Science Fiction lieben und auch mal gerne was Neues lesen möchten.

 

Und was ist für dich das Wichtigste neben dem Lesen?

Ich achte sehr auf Ehrlichkeit und Beständigkeit. Nur so kann man seine Ziele im Leben erreichen.

Ehrlichkeit ist wirklich wichtig, aber Beständigkeit finde ich sehr interessant: Wer sind denn deine Stützen im Leben, wenn es mal nicht so gut läuft?

Das ist meine Familie. Ich habe zwei Kinder (7 und 9) und eine sehr liebe, verständnisvolle Frau. Wenn Du zurückrechnest: Ich habe nach der Geburt meiner Tochter mit dem Schreiben wieder begonnen, also da, wo man eh keinen Schlaf mehr hat 😉

 

Haha, gute Antwort;) Und welche Hobbys hast du noch neben dem Schreiben?

Sind da viele: Filme schauen, Musik hören, Lesen, Tai Chi, ums Haus herum Handwerken, etc.

 

Und was mich sehr interessiert: Wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?

Mein typischer Tag:

6:00 Uhr aufstehen

7:00 Uhr bei der Arbeit (Autor ist Hobby, ich bin IT-Sicherheitsbeauftragter)

17:00 bis 17:30 wieder zu Hause und meine Familie genießen

20:00 bis ca. 21:00 Uhr meine Frau in ihrem Geschäft (Event-Management) unterstützen

ca. 22:30 Uhr Zeit für mich, fürs Schreiben und Filme

24:00 Uhr ab in die Heia

 

Ein sehr langer Tag! Hast du ein bestimmtes Lebensmotto?

Mein Lebensmotto? “Nur nicht stressen, das Leben ist zu kurz, um zum Sterben.“ Das meine ich eigentlich, wir sollten im Leben nicht immer so rumhetzen und uns bis zur Erschöpfung verausgaben. Das geht auf die Gesundheit.

 

Dein Lebensmotto finde ich sehr interessant. Du hast es auch mit in Anomalie-Schicksal einfließen lassen, oder? Die Welt der Schläfer, die immer in Eile scheinen? Gibt es in dem Buch noch mehr unterschwellige Tipps und Ratschläge an den Leser?

Vieles ist da eher unterbewusst rein gerutscht. Aber ich beobachte auch unheimlich gerne Leute im Bus oder öffentlichen Plätzen. Einiges ist da sicher ins Buch rein gerutscht.
Was ich den Lesern mitgeben möchte:
Glaubt an euch, bleibt standhaft und freut euch an dem, was ihr (erreicht) habt.

 

Vielen Dank, Thorben, für das tolle Interview und weiter viel Erfolg und Spaß am Schreiben!

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