Interview mit der Autorin von „Mind Ripper“: Nadine Erdmann

Nadine Erdmann

 

Ihr Debütroman: Mind Ripper

Meine Rezension findet ihr hier

 

 

 

 

Könntest du dich bitte kurz vorstellen? 

Mein Name ist Nadine Erdmann. Ich lebe schon immer im schönen Ruhrpott, hab aber zum Studieren und als Language Assistant Teacher auch längere Zeit in London und Dublin gewohnt. Ursprünglich war ich mal Lehrerin für Deutsch und Englisch, doch dann hat mich immer mehr das Schreibfieber gepackt und ich hab den Job gewechselt.

 

Wolltest du schon immer Autorin werden? 

Immer? Nein. Ich hab lange Zeit gar nicht gewusst, was ich beruflich machen will. Irgendwann war mir dann klar, dass ich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten wollte, daher hab ich verschiedene Praktika in Kindergärten und Jugendheimen gemacht, jede Menge Nachhilfe gegeben und Lehramt studiert.
Geschichten ausgedacht hab ich mir „nebenbei“ aber eigentlich schon immer – meistens vor dem Einschlafen. (Ist auch heute noch so.) Hin und wieder hab ich auch mal etwa aufgeschrieben, doch so richtig fing das erst während meines Studiums an. Da war es allerdings eher privat und ich hab meine Sachen, wenn überhaupt, nur ein paar Freunden gezeigt.

 

Wie bist du zu der Idee für Mind Ripper gekommen? 

Mein Mann spielt Online-Rollenspiele und er hat mich irgendwann mit in diese Welten genommen. Ich fand die Ideen dahinter ziemlich klasse, bin aber eine absolute Null, was das Steuern von den virtuellen Püppchen angeht. Dafür fehlen mir sowohl Talent als auch Geduld. Und zwar komplett. ;o) Aber die Idee, dass man in eine fremde Welt eintaucht und dort gemeinsam mit anderen Abenteuer besteht und Geheimnisse löst, finde ich richtig cool. Ich hätte halt nur gerne das Schwert selbst in der Hand, anstatt irgendeine Figur zu steuern.
Als Erstes war also die Idee der CyberWorld da, die man als sein eigener Avatar betreten kann. Danach kamen dann verschiedene Gedankenspiele: Wie sieht diese virtuelle Welt aus und wie funktioniert sie? Was kann man da alles machen? Was für Spiele könnte man dort spielen und welche Auswirkungen könnten die vielleicht auf die Realität haben? Welchen Jugendlichen würde diese Welt gefallen? Was würde ihnen daran gefallen? Was könnte es für Probleme mit der Welt geben? Was könnte schiefgehen? Was wäre, wenn man die CyberWorld plötzlich nicht mehr verlassen könnte? Welche Gründe oder Ursachen könnte es dafür geben? An all den Fragen hab ich einige Wochen herumgetüftelt, bis ich irgendwann die Figuren und ihre Geschichte zusammen hatte. Dann hab ich angefangen zu schreiben… und dabei die Hälfte wieder umgeworfen. ;o)

 

Wie oft hast du den Mind Ripper überarbeitet?

Ehrlich gesagt weiß ich das gar nicht mehr. Auf jeden Fall etliche Male. Wenn ich eine Geschichte komplett fertig geschrieben habe, lese ich sie als Erstes nochmal „auf Inhalt“, also ob eben inhaltlich alles stimmt, keine Logikbrüche drin sind, die Figuren sich nicht irgendwo „out of character“ verhalten… eben ob alles „passt“. Danach lese ich es dann „auf Sprache“, suche also nach Tippfehlern, fehlenden Kommas, überprüfe Sachen im Duden, etc. und arbeite an Formulierungen, bis es auch da „passt“. Dann bekommen die Geschichten meine fleißigen Betaleser, die sie gnadenlos zerpflücken dürfen. Wenn ich sie dann mit Tonnen von Anmerkungen und Kommentaren zurückbekomme, überarbeite ich alles nochmal und lese danach dann auch nochmal „auf Inhalt“ und „auf Sprache“. Manchmal auch mehr als einmal.

 

Fließen denn auch eigene Erfahrungen, die Erfahrungen und Geschichten deiner Bekannten und deren Merkmale mit ins Buch ein, oder ist neben der Idee zur CyberWorld alles fiktional?

Die Frage ist ein bisschen schwierig. Keine der Figuren, die im Mind Ripper auftauchen, basiert auf jemandem, den ich kenne. Ihre Lebensläufe sind komplett frei erfunden. Aber meine jüngere Schwester hatte vor vier Jahren Krebs, daher weiß ich recht gut, wie schrecklich es ist, eine Chemo durchstehen zu müssen. Insofern fließen also schon ein paar eigene Erfahrungen mit in die Geschichte ein. Aber bei meiner Schwester wurde der Krebs zum Glück sehr früh entdeckt und wir mussten nie Angst um ihr Leben haben.

 

Wer ist dein Lieblingscharakter?

Zack. Ich glaube, jemanden wie ihn würde wohl jeder gern zu seinen Freunden zählen, oder? Aber eigentlich hab ich sie alle sehr gern, deshalb wechsle ich beim Schreiben auch immer mal die Perspektiven.

 

Wen magst du vielleicht nicht so?

In Teil 1 gibt es da eigentlich keinen. Die Unsympathen tauchen erst im zweiten Teil auf… ;o)

 

Schreibst du schon an einem weiteren Buch?

Ja, am zweiten Teil, denn ich fand sowohl die CyberWorld als auch die Charaktere bieten noch Potential für ein paar weitere Geschichten. ;o)

 

Und wie viele Abenteuer sollen Jemma und ihre Freunde insgesamt in der CyberWorld erleben? Hast du da ein bestimmtes Ziel?

Für die FatefulFuture-Reihe sind insgesamt vier Bände geplant. Genau wie der Mind Ripper wird jeder Band in sich abgeschlossen sein, das heißt jedes „Verbrechen“ wird am Ende aufgeklärt, die Auswirkungen und Folgen auf die Figuren werden aber in den nachfolgenden Bänden aufgegriffen und weitergesponnen. Es gibt also neben der CyberWorld jede Menge Erwachsen-Werden und – aus ganz unterschiedlichen Gründen – jede Menge Chaos an den unterschiedlichsten Gefühlsfronten. ;o)

 

Hast du ein bestimmtes Ritual beim Schreiben? Musik hören, Schokolade essen etc.?

BEIM Schreiben nicht. Da hab ich es am liebsten ganz ruhig und ich hasse es, wenn dann das Telefon klingelt, ein Paket geliefert wird oder man mich sonst irgendwie aus meiner „Schreibwelt“ rausholt… Aber BEVOR ich mich ans Schreiben setze, koche ich mir in der Regel eine Kanne Tee. Das ist aus meiner Zeit in England und Irland irgendwie hängen geblieben.

 

Was ist das Wichtigste für dich neben dem Schreiben?

Dass alle, die mir wichtig sind, gesund sind und es ihnen gut geht.

 

Und was machst du sonst noch gerne?

Lesen. :o) Ich höre auch ganz gern Hörbücher, allerdings nur, wenn sie nicht gekürzt sind. Ich find es immer ärgerlich, wenn da irgendwas herausgestrichen wird, bei dem der Autor oder die Autorin sich sicherlich etwas gedacht hat. Aber vielleicht bin ich da auch nicht so ganz objektiv. ;o)
Ansonsten verbringe ich gern Zeit mit den Menschen, die mir wichtig sind, ich schreibe viel Emails, weil einige dieser Menschen leider nicht in meiner Nähe wohnen und ich sie nicht so oft sehen kann, und ich bin ein Serienjunkie.

 

Deine Lieblingsautoren/Autorinnen?

Das wechselt. Momentan lese ich die ersten beiden Teile von Maggie Stiefvaters „Raven-Cycle“ und sowohl ihre Geschichte als auch ihre Figuren und ihr Schreibstil gefallen mir richtig gut.

 

Wie wichtig ist für dich Erfolg?

Puh, was für eine Frage… ;o) Ich hab mein Buch ja erst vor zehn Tagen veröffentlicht und das hier ist mein erstes Interview! Also stehe ich noch am absoluten Anfang…
Aber natürlich wäre es klasse, wenn der Mind Ripper Erfolg hätte und ich von den Lesern zurückgemeldet bekomme, dass ihnen meine Geschichte gefällt und sie gern mehr von Jemma und den Jungs lesen würden. Das wäre eine tolle Bestätigung und ein riesen Ansporn.

 

In welchem Genre würdest du gerne mal veröffentlichen?

Ich hab da eigentlich keine Favoriten. Ich lese alles, was ich spannend finde und beim Schreiben halte ich es genauso. Also gehen meine Geschichten ziemlich breitgefächert über Fantasy, coming-of-age, Dystopien,  Thriller… Ich mag Schubladen nicht so sehr, sondern schreibe eben das, was mir gefällt. Was davon dann mal veröffentlicht wird, weiß ich noch nicht. Das hängt aber auf keinen Fall vom Genre ab, sondern nur davon, ob ich die Geschichte gut genug finde, um sie wirklich herauszubringen.

 

Und womit kann man dich richtig glücklich machen?

Wenn man mir zurückmeldet, dass man meine Geschichte gern gelesen hat und meine Figuren sich dabei für eine kleine Weile in das ein oder andere Herz einnisten durften. Toll wäre natürlich auch, wenn irgendwann ein Verlag das genauso sieht und den Mind Ripper bei sich ins Programm aufnehmen möchte.

Welche Gruppe Leser ist deine Zielgruppe?

Ich wollte immer mit Jugendlichen arbeiten. Einige Jahre lang hab ich sie unterrichtet, jetzt schreibe ich für sie. ;o) Wobei der Mind Ripper sicherlich nicht nur für Jugendliche ist, sondern auch ins all age passt. Ich mag aber wie gesagt Schubladen nicht so gern, also schreibe ich eigentlich für jeden, der meine Geschichte lesen will. ;o)

 

Möchtest du ihnen vielleicht etwas mit auf den Weg geben?

Ich würde mir wünschen, dass alle viel viel entspannter mit dem Thema „Anderssein“ umgehen – egal auf welche Art jemand vielleicht „anders“ sein mag. Und denjenigen, die gerade eine schwere Zeit durchmachen müssen, weil man sie spüren lässt, dass „anders“ nicht okay ist, möchte ich sagen: Doch, ist es. Und lasst euch von niemandem etwas anderes einreden. Und ich wünsche euch aus tiefstem Herzen, dass ihr Menschen begegnet, die euch genau das zeigen.

 

Vielen Dank, Nadine, für das tolle Interview und weiter viel Erfolg und Spaß beim Schreiben!

 

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2 Gedanken zu „Interview mit der Autorin von „Mind Ripper“: Nadine Erdmann

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