Schuld

Titel: Schuld
Autor: Grit Poppe
Verlag: Dressler
Originalsprache:Deutsch
Erschienen: 21.07.2014
Taschenbuch, 368 Seiten
Preis: 9,99€
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Inhalt:

Jana ist neu an ihrer Schule und lernt dort am ersten Tag gleich Jakob kennen. Jakob, der sich nicht an Regeln hält und das System der DDR und des Sozialismus öfters kritisiert. Jakob, dessen Eltern einen Ausreiseantrag beantragt haben und den ihre Eltern als Staatsfeind bezeichnen. Doch Jana und Jakob verlieben sich ineinander und die sonst so linientreue Jana beginnt ebenfalls langsam, das System zu hinterfragen. Ihr Vater verbietet ihr sogar den Umgang mit Jakob, als dieser plötzlich verhaftet wird. Aber wie ist es dazu gekommen. Ist Jana vielleicht Schuld daran?

Meine Meinung:

Das Cover gefällt mir eigentlich nicht so gut, jedoch passt es super zum Inhalt des Buches, es ist schließlich eine Szene aus dem Buch dargestellt, und durch die dunklen Wolken im Hintergrund kommt auch eine leicht bedrohliche Stimmung auf, die sich durch das ganze Buch zieht. Nur wegen dem Cover würde ich das Buch allerdings nicht kaufen.

Vom Inhalt her ist das Buch aber sehr interessant. Grit Poppe stellt das Zeitgeschehen gut dar und beleuchtet Pro und Kontra des Sozialismus, besonders gut beschrieben fand ich außerdem die Friedliche Revolution. Durch den Perspektivenwechsel lernt man sowohl Janas als auch Jakobs Leben in der DDR sehr gut kennen, die sich sehr unterscheiden. Janas Eltern, vor allem ihr Vater, sind strenge Anhänger der Partei und wollen Jana so auch mit allen Mitteln von Jakob, den sie als Staatsfeind ansehen, fernhalten. Dazu schreckt Janas Vater vor nichts zurück und bringt Jakob in eine wirklich schreckliche Lage. Die Hintergründe, wie es dazu kam, dass Jakob inhaftiert wurde, erfährt man erst gegen Ende des Buches, diese hatten es aber wirklich in sich, auch wenn sie für mich nicht ganz so überraschend kamen. Hier hat man jedoch sehr gut das Misstrauen gemerkt, das unter den Bürgern der DDR wohl weitverbreitet war.

Die Charaktere fand ich insgesamt sehr gut ausgearbeitet und der jugendliche Schreibstil hat gut zu Jana und Jakob gepasst, insbesondere in Janas Tagebucheinträgen. Jana ist erst das angepasste Mädchen, das ohne Hinterfragen dem von ihren Eltern vorgegebenen Weg folgt. Als sie in ihrer neuen Schule dann Jakob, dessen Eltern einen Ausreiseantrag gestellt haben und der selbst dem System der DDR sehr kritisch gegenübersteht, kennenlernt, beginnt auch sie, unabhängiger zu denken. Sie lernt durch ihn eine völlig neue Welt kennen und die Liebe, die sich zwischen Beiden entspinnt, gönnt man ihnen total. Der Wandel von Jana hat mir jedenfalls sehr gut gefallen, Jakob hingegen verändert sich kaum. Im Jugendhaus bleibt er seinen Prinzipien treu und lässt sich nicht unterkriegen-ein richtiger Kämpfer! Richtig gut gefallen hat mir auch Henriette, die Jana stark unterstützt, als Jakob schließlich weg ist. Sie ist eine echte Freidenkerin und mit ihren bunten Kleidern stelle ich mir sie echt außergewöhnlich und lebensfroh vor.

Einziger Kritikpunkt sind die für mich am Anfang oft unzureichend beschriebenen Szenen. Hier hätte die Autorin länger bei einer Szene verweilen und sie ausführlicher beschrieben können. Gegen Ende legt sich dies jedoch auch, und vor allem Jakob neues Leben im Jugendhaus fand ich sehr gut beschrieben, auch wenn es sehr hart und brutal geschildert wurde. Entsetzlich, wie die Jugendlichen dort behandelt und schikaniert wurden! Das Ende hat dann richtig gut getan, auch wenn man ja noch einige schockierende Details erfahren hat!

 

Fazit:

Ein schönes Buch für Jugendliche und auch junge Erwachsene, die sich für das Leben in der DDR interessieren, verbunden mit einer Liebesgeschichte, die jedoch nicht zu präsent im Vordergrund steht. Ich kann Euch „Schuld“ nur empfehlen, da besonders das Zeitgeschehen gut dargestellt und die Charaktere gut ausgearbeitet wurden. Von mir gibt es trotz einem kleinen Kritikpunkt 5 von 5 Punkten.

 

 

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2 Gedanken zu „Schuld

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