Endgame-die Auserwählten

Titel: Endgame-Die Auserwählten
Autor: James Frey
Verlag: Oetinger
Originaltitel: Endgame-The Calling
Erschienen: 07.10.2014
Gebunden, 592 Seiten
Preis: 19,99€
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Inhalt:

Als zeitgleich auf der Erde zwölf Meteoriten einschlagen, wissen nur wenige Menschen was wirklich dahintersteckt. Für die zwölf Auserwählten von Endgame ist jedoch klar: Das Spiel hat begonnen! Jeder der Meteoriten enthält eine Nachricht für einen der Spieler, die diese entschlüsseln müssen und die sie zu einem geheimen Ort führt, an dem sich alle das erste Mal gegenüberstehen. Es gilt die Hinweise richtig zu deuten, Rätsel zu lösen und die drei Schlüssel zu finden, Aber nur einer der zwölf Spieler kann gewinnen, nur seine Linie wird weiterhin bestehen, während alle anderen Menschen sterben.

Meine Meinung:

Schon vor dem Erscheinungstermin des Buches bestand ja schon ein richtiger Hype um Endgame. Es gibt ein Handyspiel, jeder der zwölf Spieler hat eine eigene Facebookseite und zusätzlich lockt ein Gewinn von 500.000 Dollar in Gold beim erfolgreichen Lösen des riesigen Krypto-Rätsel. Wer kann es mir also übel nehmen, dass ich mit ziemlich hohen Erwartungen mit dem Lesen von „Endgame“ begonnen habe?

Leider hat das Buch aber für mich nicht ganz gehalten, was es versprochen hat. Anfangs war ich noch richtig begeistert von der tollen Aufmachung des Buches, den eingravierten Zeichen und dem goldenen Schutzumschlag, doch schon bald hat meine Euphorie nachgelassen. Durch die ständigen Perspektivenwechsel lernt man zwar jeden der zwölf Spieler zumindest mal kurz kennen, allerdings erfährt man über Spieler wie Sarah, Jago und Chiyoko sehr viel, über Aisling, Shari oder Kala hingegen jedoch erst sehr wenig. Ich hatte echte Probleme, die Charaktere erst mal kennenzulernen und auseinanderzuhalten! Schon da kam mir langsam die Frage auf: Hat sich der Autor James Frey mit „Endgame“  vielleicht zu viel vorgenommen?

Erhebliche Schwierigkeiten hatte ich auch mit dem Schreibstil. Vor allem die auktoriale Erzählperspektive, die oft am Kapitelanfang vorkam, hat mir nicht gefallen. Dadurch hat es auf mich oft zu dramatisch und unheilsvoll gewirkt, ist ein auktorialer Erzähler doch allwissend und nimmt eine distanzierte Perspektive ein. Als distanziert habe ich auch den „normalen“ Schreibstil empfunden, oft legt mir James Frey einen viel zu großen Wert auf die Handlungen um die Charaktere und zu wenig auf die Gefühle und Gedanken der Protagonisten. Auch der mythische Teil konnte mich nicht begeistern, ich hätte mir gewünscht, dass „Endgame“ realistischer bleibt bzw. dass das Spiel nur durch die Menschen zustande kommt und nicht durch irgendwelche göttlichen oder andersartigen Kräfte. Zusätzlich waren die historischen Aspekte sehr gut recherchiert und auch interessant, aber in Verbindung mit den Infos zu den Spielern war es mir einfach etwas zu viel an Gesamtinformation, die man sich merken musste. Hätte ich das Lesen wohl für etwas längere Zeit unterbrochen, hätte ich wohl echt Probleme gehabt, wieder in die Geschichte reinzufinden. Durch die ständigen Perspektivenwechsel wird es nämlich auch nicht einfacherer, den roten Faden und den Überblick nicht zu verlieren.

Auch meine Gedanken zu den Charakteren sind sehr unterschiedlich. Sarah mochte ich eigentlich sehr gerne, sie wirkt wie ein „normales“ Highschoolmädchen, auch wenn man gegen Ende ihre schonungslose Ader kennenlernt. Sie hat auf mich meist den Eindruck gemacht, Endgame nicht spielen zu wollen, hatte sie schon die Tage gezählt, bis sie nicht mehr bei Endgame dabei sein könnte. Ihren Freund Christopher hingegen, der Sarah auf ihrer Reise rund um den Globus folgt, fand ich schnell sehr nervig. Er wirkt arrogant und selbstverliebt und im Laufe des Buches habe ich mir immer mehr gewünscht, dass Sarah mit Jago zusammenkommt. Dieser Spieler wird zwar als nicht gerade der Hübscheste bezeichnet, aber er ist mutig und selbstbewusst, jedoch nicht überheblich. Ebenso hat mich oft überrascht, wie einfühlungsbewusst er sein konnte und er war mir bald der sympathischste männliche Spieler. Sarah und er arbeiten sozusagen zusammen, um den Erdschlüssel zu finden. Baitsakhan, Maccabee und Kala waren mir hingegen sehr unsympathisch. Sie sind brutal und gewaltberiet und kompromisslos-vor ihnen mussten sich die anderen Spieler echt ihn acht nehmen. Sehr gerne mochte ich die stumme Chiyoko, die überlegt handelt und nicht allzu gewaltbereit ist. Sie wirkt am geheimnisvollsten und beobachtet die anderen Spieler gespannt. An fand ich besonders aufgrund seiner Vergangenheit sehr interessant, auch wenn ich ihn nicht sonderlich gerne mochte. Zu Shari, Marcus, Hilal, Aisling und Alice hat man leider nur relativ wenig erfahren und so konnte ich mir noch kein wirklich gutes Bild von diesen Spielern machen.

Hier kommen wir aber zum großen Pluspunkt bei „Endgame“: Ich wollte das Buch gar nicht aus der Hand legen, da es mich ungemein gefesselt hat. Die Handlung schreitet rasant fort und es wird schnell richtig spannend. Man hüpft mit den Protagonisten von einem Handlungsschauplatz zum nächsten und besonders die Begegnungen zwischen den Protagonisten sind sehr interessant und packend. Jedoch ist es bestimmt nichts für Leute mit schlechten Nerven, denn oft geht es auch ziemlich brutal zur Sache und es fließt nicht wenig Blut!

 

Fazit:

„Endgame“ konnte mich zwar fesseln wie es nur selten ein Buch konnte, aber es hat auch viele Schwachstellen. Manche Charaktere lernt man kaum kennen, den Schreibstil empfand ich als zu distanziert und ich hatte oft erhebliche Probleme, den Überblick zu behalten. Alles in allem hat es auf mich gewirkt, als ob sich der Autor zu viel vorgenommen hatte. Zwar möchte ich „Endgame“ allen empfehlen, die sich gerne von Büchern mit manchmal recht brutaler Action fesseln lassen, aber von mir gibt es nur 3 von 5 Herzen.

3 Herzen

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2 Gedanken zu „Endgame-die Auserwählten

  1. Hallo Anne,

    ja, die liebe Erwartungshaltung. Meine war auch recht groß, am größten war aber die Faszination. Das war dann aber auch alles, wäre doch nur die Lesefreude so groß gewesen.

    Ging mir ebenso! Ich hab das Buch in den Händen gehalten und wollte gar nicht anfangen zu lesen, weil es einfach so schön ist. War. Dabei mag ich nicht mal Gold.

    Auseinanderhalten konnte ich sie schon ganz gut, da ihre Namen und ihr Verhalten sehr der Kultur des jeweiligen Landes angepasst sind. Ich versteh da aber durchaus dein Problem.

    Durch die ständigen Perspektivenwechsel wird es nämlich auch nicht einfacherer, den roten Faden und den Überblick nicht zu verlieren.

    „Durch die ständigen Perspektivenwechsel wird es nämlich auch nicht einfacherer, den roten Faden und den Überblick nicht zu verlieren.“
    Das hast du sehr gut ausgedrückt. Mir haben zwar die Perspektivenwechsel gefallen, da ich mir im Kopf eine Liste gemacht und abgestrichen habe, wen der Leser schon begleitet hat. Ich wäre doch enttäscht gewesen, wenn nicht alle vorgekommen wäre. Es stimmt aber auf jeden Fall, dass man sich manchmal erinnern muss wo man jetzt ist, oder wieviel Zeit vergangen ist und was die anderen Spieler in diesem Moment tun.

    😀 Die Sache mit Christopher sehe ich komplett anders. Ich hab mir bis zum Ende eigentlich gewünscht, dass Chris und Sarah zusammen bleiben, da ich Chris eigentlich sehr nett fand. Wie ich aber vorraus gesehen habe, mag ich Jago mit ein bisschen Abstand sehr gern. Wäre Chris nicht gewesen, hätte ich sofort auch Sarah und Jago verkuppeln wollen, da aber nun mal Chris da ist… Wollte ich Jago erstmal loswerden. Wird aber vermutlich im zweiten Teil anders sein. Wirst du den eigentlich lesen?

    Chiyoko und An habe ich ebenfalls als sehr interessant empfunden. Dumm nur… na ja du weißt schon.
    Wie heißt denn nochmal diese Inderin. Was es mit der auf sich hat, interessiert mich ja auch noh brennend.

    Die Spannung kam bei mir leider erst auf den letzten 100 Seiten auf, da hat es mir dann richtig gut gefallen. Vorher fehlte mir dieser Muss-Lesen-Reiz teilweise.

    Insgesamt hätte ich dem Buch wahrscheinlich auch eher drei Punkte geben müssen/können. Da mir aber wie gesagt das Ende sehr gefallen hat, sind es dann doch vier geworden. ^^

    Grüße 🙂

    • Hey Julia:)

      Jetzt so im Nachhinein glaube ich, dass es alleine schon wegen der Erwartungshaltung nichts werden konnte. Ich hatte schon so eine Vorstellung im Kopf, wie die Geschichte ablaufen würde, und als dies dann nicht so eingetreten ist…

      Ich eigentlich auch nichtXD Aber irgendwie passt das Gold trotzdem so gut…

      Stimmt schon, aber da ich auch ziemlich Probleme hatte, mir vorzustellen, wie man die Namen ausspricht bzw, sie dann später richtig zu schrieben, fand ich das eher schwierig. Besonders Alice und Aisling hab ich wegen dem A anfangs verwechselt und über beide hat man ja verhältnismäßig wenig erfahren.

      Danke;) Ich weiß nicht, aber ich kann mir vor allem gar nicht vorstellen, wie viele Tage zwischen „Aufprall Meteoriten“ und „Finden von Erdschlüssel“ vergangen sind. Hast du da eine Idee? Ich muss irgendwie immer das Zeitfenster wissen, in dem die Geschichte spielt, sonst bin ich unzufrieden;) Ist irgendwie total wichtig für mich…

      Ja, wird im zweiten Teil definitiv anders sein;) Denke schon, dass ich den Lesen werde. Ich will einfach wissen, wer gewinnt, bin zu neugierig;) Du denn? Und das mit Chris ist wohl Geschmackssache. In der Leserunde gabs auch die „für Chris, gegen Jago“ Leute und die „pro Jago, gegen Chris“ Leute“ XD

      Chiyoko und An hätte ich gerne noch mit weiterbegleitet…echt schade die Sache mit ihnen 🙁
      Shari? Ja, da hat der Epilog echt gespannt gemacht!

      Bei mir ist es genau umgekehrtXD Das Ende fand ich nicht so toll, dafür den Teil davorXD

      LG
      Anne

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