Ich wünschte, ich könnte dich hassen

Ich wünschte, ich könnte dich hassen

Titel: Ich wünschte, ich könnte dich hassen
Autor: Lucy Christopher
Verlag: Carlsen 
Originaltitel: Stolen
Erschienen: August 2013
Taschenbuch, 368 Seiten
Preis: 8,99€

Inhalt:

Eben noch am Flughafen von Bangkok gewesen, wacht Gemma plötzlich in der kargen Einöde der Wüste Australiens auf. Keine Menschen weit und breit, außer Ty, dem Mann, mit dem sie sich am Flughafen unterhalten hat und der ihr einen Kaffee spendiert hat, dem Mann, der sie schlussendlich entführt hat. Er sperrt sie nicht ein, schließlich soll die Wüste Gemmas neue Heimat werden, ihr und sein gemeinsames Zuhause. Er glaubt fest an eine gemeinsame Zukunft und während Gemma langsam die Ausweglosigkeit ihrer Situation zu begreifen beginnt, erweckt der Mann mit den blauen Augen auch Gefühle in Gemma…

Meine Meinung:

Ich liebe diesen Titel in Verbindung mit dem Cover! Das Cover ist nicht auf die übliche Art schön, aber dieser intensive Blick aus blauen Augen vor dem dunklen Hintergrund-wow! Dieses Cover zieht einen definitiv in seinen Bann!

Dann klang auch noch der Klappentext sehr vielversprechend und so musste ich dieses Buch unbedingt lesen. Das Buch beschäftigt sich intensiv mit der Liebe eines Mädchens zu ihrem Entführer, also dem Stockholm-Syndrom. Passend dazu ist die Briefform, bei der zwar gelegentlich Andeutungen oder Hinweise auf das Kommende, aber doch stets in chronologischer Reihenfolge vorgegangen wird. Gleichzeitig vermittelt diese Briefform eine unglaubliche Intensität und auch, wenn sich Gemma anfangs stark von ihrem Entführer Ty distanziert, merkt man schließlich immer mehr ihre Gefühle für ihn. Diese Verliebtheit ist nicht plötzlich auf einen Schlag präsent da, sondern entwickelt sich wirklich Stück für Stück, während Gemma Ty und die Wüste immer mehr zu schätzen lernt, und lässt sich mehr zwischen den Zeilen erkennen. Lucy Christopher lässt da einigen Raum für Spekulation, besonders auch mit dem Ende.

Über dieses war ich nach Beenden des Buches erst mal ziemlich sauer, aber ich hoffe sehr, dass kein zweiter Teil mehr rauskommt, da es im Nachhinein doch perfekt ist, so wie es ist. Etwas anderes hätte die geschaffene Atmosphäre wohl zerstört und so ist mir Gemma, aber seltsamerweise auch Ty sympathisch geblieben. Eigentlich müsste man Ty für das, was er getan hat, ja hassen, aber da die Autorin Tys Beweggründe und seine gesamte Gefühls- und Gedankenwelt so verständlich und in gewisser Weise auch „normal“ rüberbringt, war mir dies einfach unmöglich. Sein Handeln ist nicht zu rechtfertigen, klar, aber Lucy Christopher zeigt auch, dass er alles nur aus dem Wunsch heraus getan hat, etwas Gutes zu tun, er selbst überzeugt war, dass er Gemma hilft.

Außerdem sorgt auch die wunderschön beschriebene Kulisse, die heiße Einöde Australiens, für eine außergewöhnliche Stimmung. Diese Kulisse ist finde ich super gewählt, Gemma bekommt täglich vor Augen geführt, wie ausweglos eine Flucht ist, weil einfach niemand in der Nähe ist und sie bei einer Flucht nur verdursten würde, und mit der Zeit fragt man sich auch als Leser, was man in ihrer Situation tun würde. Man erlebt ihr inneres Drama hautnah mit und irgendwie fragt man sich auch, ob ihre Gefühle für Ty vielleicht nur entstanden sind, da ihre Lage aussichtlos und hoffnungslos ist und sie sich mit ihrer Situation einfach arrangiert. Jedenfalls gibt besonders dieser Raum für Interpretation dem Buch etwas wirklich Besonderes.

 

Fazit:

Ein ungewöhnliches und auch schockierendes Buch, das die Geschichte einer Entführung aufgreift und eine ganze Gefühlspalette abarbeitet. Von Hoffnungslosigkeit bis Liebe ist alles dabei und gleichzeitig wirkt das Buch durch die Briefform sehr authentisch. Wer nichts gegen ernstere Lektüre hat, wird bestimmt angenehme Lesestunden mit diesem Buch verbringen. Von mir gibt es jedenfalls 5 von 5 Herzen.

5 Herzen

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2 Gedanken zu „Ich wünschte, ich könnte dich hassen

  1. Hey,

    das Cover ist ja mal richtig gruselig. Man nimmt die Augen gar nicht so richtig wahr auf den ersten Blick und wenn man sie entdeckt, erkennt ma erst danach das ganze Gesicht. Ich finde das irgendwie bedrohlich.^^

    Der Klappentext kommt mir gerade sehr bekannt vor… Ah genau ich hab schonmal ne Rezension dazu gelesen.
    Die ist aber nicht so positiv ausgefallen.^^

    Da meine Wunschliste auch enorm groß ist, ist das ausnahmsweise mal kein Kandidat dafür.

    Grüße,
    Julia

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