Ruben

Titel: Ruben
Autor: Kate Morgenroth
Verlag: Carlsen
Originaltitel: Jude
Erschienen: Juni 2011
Taschenbuch, 429 Seiten
Preis: 8,95€
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Inhalt:

Der 15-Jährige Ruben ist Zuhause, als sein Vater dort in der Küche wegen eines Drogendeals ermordet wird. Ruben leugnet, etwas gesehen zu haben oder etwas zu wissen, aber seitdem hat die Polizei ihn im Blick. Da ist es ein gefundenes Fressen für sie, als an Rubens neuer Schule einer seiner Mitschüler an einer Überdosis stirbt. Ruben behauptet zwar, unschuldig zu sein, aber als der Druck der Medien immer stärker wird, wendet er sich schließlich an Harry, den Freund seiner Mutter Anna, von der er vor Jahren getrennt wurde. Allerdings versteht Ruben viel zu spät, dass Harry alles andere als ihm helfen will…

Meine Meinung:

Vor einiger Zeit habe ich den Film „Die Verurteilten“ geschaut, der mich sehr begeistern konnte, und hätte ich diesen positiven Eindruck nicht gehabt, hätte ich „Ruben“ wohl nicht gelesen. Denn seit dem Film finde ich alles, was mit Gefängnissen zu tun hat, recht interessant und das Cover lässt deutlich darauf schließen, dass das Buch zumindest teilweise im Gefängnis spielt. Ansonsten finde ich das Cover und besonders den Titel sehr nichtssagend, was eigentlich ziemlich schade ist, weil der Inhalt alles andere als nichtssagend oder langweilig ist.

Kate Morgenroth erzählt den Lebensweg Rubens, man begleitet ihn einige Jahre lang durch verschiedene Lebenssituationen und an sich sind die Themen, die angesprochen werden, sehr bewegend. Ruben ist dabei, als sein Vater ermordet wird, er wird selbst in Drogengeschäfte verwickelt, er muss sich in einem völlig neuen Leben zurechtfinden, er muss einen schrecklichen Verrat aufdecken und er muss auch einige Zeit im Gefängnis totschlagen und sich seiner Haut wehren. An sich ist das Ganze zu verfolgen auch wirklich spannend und packend, allerdings ist es nicht wirklich an mich ran gegangen, hat mich nicht mitgerissen. Klar, Ruben hat mir die meiste Zeit ziemlich leidgetan, aber in seine Lage hineinversetzen konnte ich mich nicht. Dazu blieb der Schreibstil die ganze Zeit über viel zu distanziert, sonst hätte mich das Buch wohl wirklich in seinen Sog gezogen und mich vor allem berührt. So war ich zwar schon über einige Dinge entsetzt, jedoch konnte ich einfach nicht mit Ruben richtig mitfiebern.

Von Ruben wurde wie von allen anderen Charakteren ein sehr gutes Bild gezeichnet und ich konnte sie mir ausgesprochen gut vorstellen, ihr Handeln nachvollziehen, aber alle haben auf mich die meiste Zeit viel zu gefühlslos gewirkt. Sie haben mehr wie Hüllen gewirkt und damit auch ein Mitfiebern verhindert. Es gab keinen einzigen wirklich großen Gefühlsausbruch, sodass sie auf mich oftmals fast wie Puppen gewirkt haben, und besonders Ruben hat auf mich stellenweise wie ein Eisklotz gewirkt. Man bekommt zwar mit, dass es unter der ruhigen, emotionslosen Fassade mächtig brodelt, aber wirklich raus lässt er seine Gefühle nur in den Kämpfen im Gefängnis. Dabei würde doch wohl jeder zumindest einmal seine Gefühle richtig zeigen, wenn man dabei ist, wie der eigene Vater ermordet wird oder erkennt, dass man auf übelste Art und Weise so richtig hinters Licht geführt wurde, oder?

Insgesamt habe ich Rubens Weg jedoch gerne verfolgt, da Kate Morgenroth immer wieder mit Überraschungen aufwartet und es bis kurz vorm Ende nicht klar ist, wie es ausgeht, da das Buch unglaublich vielschichtig ist. Viele Protagonisten, Geschehnisse und andere Faktoren verschleiern das große Ganze bis zum Schluss und da ich unbedingt wissen wollte, wie alles zusammenhängt, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.

 

Fazit:

Ein Jugendroman mit brisanten Themen, der sicherlich nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene interessant ist, allerdings konnte ich mich leider nur schwer in Ruben reinversetzen, da mir der Schreibstil zu distanziert blieb. Deshalb gibt es von mir nur 4 von 5 Herzen.

4 Herzen

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