Nichts-Was im Leben wichtig ist

Titel: Nichts-Was im Leben wichtig ist
Autor: Janne Teller
Verlag: dtv
Originaltitel: Intet
Erschienen: 01.04.2012
Taschenbuch, 138 Seiten
Preis: 6,95€
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Inhalt:

Als der 14-jährige Pierre Anthon seine Klasse mit den Worten verlässt „Nichts bedeutet irgendetwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun“, stehen seine Mitschüler unter Schock. Denn kann es wirklich sein, dass nichts eine Bedeutung hat? Nicht die erste Liebe? Nicht das Lernen in der Schule? Nicht das Elternhaus, die Geschwister, der Glaube an Gott oder das eigene Land? Gemeinsam wollen die Schüler dem aufsässigen Pierre Anthon das Gegenteil beweisen und sammeln auf einem Berg der Bedeutung alles, was ihnen lieb und teuer ist. Doch was harmlos beginnt, wird bald zu einem Experiment, in dem es kein Halt und keine Grenzen mehr gibt – als selbst Tiere geopfert werden, ein Finger und die Unschuld eines Mädchens…

Quelle: dtv

Meine Meinung:

Hier habe ich mal wieder die Inhaltsangabe des Verlags übernommen, da ich sie einfach klasse finde. Sie trifft den Kern des Buches wunderbar und übermittelt gut die Andersartigkeit des Buches. Jedenfalls ist dieses Buch kein gewöhnliches Jugendbuch und auch wenn der Schreibstil eher kindlich und einfach gehalten ist und fast emotionslos wirkt, gibt es gleichzeitig brutale, um nicht zu sagen eklige Szenen.

Geschrieben ist das Buch aus der Sicht der Siebtklässlerin Agnes. Der Schreibstil passt also gut, und obwohl man ihre Gedanken mitbekommt, bleibt das Buch die meiste Zeit sehr distanziert zu den Geschehnissen. Man erfährt wenig über Agnes Gefühle, nur manchmal ein leichtes Zweifeln oder Angst. Damit wird die  seltsam bedrohliche Stimmung, die die Geschichte verströmt, gestärkt und so vermittelt das Buch beim Lesen irgendwie einfach eine komische Stimmung.

Agnes und ihre Klassenkameraden wollen einen Berg der Bedeutung errichten, um Pierre Anthon zu zeigen, dass es doch Dinge gibt, die etwas bedeuten. Eigentlich wirkt das eher skurril, um nicht zu sagen lächerlich an, aber schnell eskaliert die ganze Sache. Es wird sehr gut gezeigt, wie sich die Schüler immer mehr gegenseitig anheizen, etwas Bedeutungsvolles zu opfern, bis sie sogar dazu bereit sind, es mit Gewalt einzufordern. Dieser Umschlag von einer eigentlich guten zur schlechten Sache war spannend mitzuverfolgen und irgendwie hat das Buch fast einen verhaltensanalysierenden Touch. Die Charaktere wirken sehr authentisch und insgesamt ist das beschriebene Handeln dieser im Buch (leider) sehr realistisch und gut vorstellbar. Das ist schockierend, denn irgendwie hat es Janne Teller in nur 140 Seiten geschafft, uns die menschliche Psyche aufzuzeigen. Eine Beschreibung des Buches durch die Zeit, „Ein brutales und mutiges Buch“, trifft es wirklich wie die Faust aufs Auge.

 

Fazit:

Obwohl dieses dünne Buch harmlos anmutet, steckt viel mehr dahinter. „Nichts-Was im Leben wichtig ist“ hat seinen eigenen Reiz und ist definitiv kein Buch für zwischendurch, sondern regt zum Nachdenken an. Es ist sicherlich kein Buch für jedermann und ich denke, man sollte es sich gut überlegen, ob man dieses Buch wirklich lesen möchte. Von mir gibt es aber für dieses außergewöhnliche, aufwühlende Buch 5 von 5 Herzen.

5 Herzen

 

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2 Gedanken zu „Nichts-Was im Leben wichtig ist

  1. Ha! Das Buch subbt bei mir auch noch rum.

    Hab jetzt gerade nochmal die Kurzbeschreibung gelesen und es klingt schon echt strange…

    Ich bin jetzt verunsichert ob ich das lesen will, aber gleichzeitig bin ich ja auch furchtbar neugierig… Mal schauen, ob und wann ich mir daran wage.

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