Das Mädchen mit dem Stahlkorsett

Titel: Das Mädchen mit dem Stahlkorsett
Autor: Kady Cross
Verlag: Heyne fliegt
Originaltitel: The Girl in the Steel Corset
Erschienen: 2011
Taschenbuch, 464 Seiten
Preis: 8,99€

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Inhalt:

London, Ende des 19.Jahrhunderts: Die 16-jährige Finley hat gerade wieder eine Anstellung im Hause einer reichen Familie verloren, als sie Griffin und seinen Freunden in die Arme läuft. Obwohl sie anfangs dem jungen Duke nichts abgewinnen kann, muss sie bald erkennen, dass Griffin und seine Freunde ebenso wie sie besondere Fähigkeiten haben. Vielleicht kann er ihr sogar helfen, diese dunkle Seite, die manchmal Besitz von ihr ergreift, zu kontrollieren? Doch während Finley zum ersten Mal in ihrem Leben wirkliche Freunde findet, geraten in London sämtliche Automaten außer Kontrolle-und nur die Gruppe um Griffin und Finley scheint in der Lage zu sein, den Fadenzieher zu stellen…

Meine Meinung:

Schon auf den ersten Seiten merkt man deutlich, dass Finley ein Mädchen ist, das sich zu wehren weiß. So sympathisch und normal sie mir auf der einen Seite erschien, desto beängstigender war sie mir jedoch auf der anderen Seite. Denn manchmal verwandelt sich das sonst so brave Mädchen geradezu in eine blutrünstige Bestie-da musste ich natürlich unweigerlich an Dr. Jekyll und Mr. Hyde denken, wobei sich im Laufe des Buches zeigt, dass hier mehr als nur eine unheimliche Parallele existiert. Kady Cross hat nämlich eine wirklich phantastische Welt geschaffen, gewürzt mit einigen Steam Punk Elementen. Diese sind ja sonst nicht ganz so meins, allerdings hat sich hier in diesem Buch alles zu einer spannenden, actionreichen Geschichte verknüpft, in der Finley, Griffin, Sam und Emily eine Intrige an der Queen aufdecken müssen.

Im gesamten London geraten immer wieder scheinbar willkürlich Automaten außer Kontrolle, doch Griffin und seine Freunde sind sich sehr sicher, dass jemand diese dazu gebracht hat und größeres plant. Auf der Suche nach dieser Person stoßen die vier immer mal wieder an ihre Grenzen, sodass alle vier eine ziemliche Entwicklung durchmachen müssen. Das hat mir sehr gut gefallen, besonders in Bezug auf Emily und auf Finley, die sich langsam mit ihrer dunklen Seite arrangiert. Außerdem ist auch die Dreiecksbeziehung, die sich zwischen Finley, Jack und Griffin entwickelt, nicht ohne und bringt nochmals Spannung in die Geschichte. Leider konnte hier aber der Schreibstil der Sache nicht immer so gerecht werden, denn er wirkt eher kindlich und unausgefeilt, sodass vieles etwas lahm wirkt.

Griffin ist ebenfalls ein netter junger Mann, nicht ganz so unheimlich wie Finley, aber trotzdem respekteinflößend mit seiner Gabe. Zeitwiese wirkt er reichlich versnobt, aber auch er hat ein ordentliches Bündel zu tragen, besonders als sich dann im Laufe der Geschichte herauskristallisiert, wie die Jugendlichen zu ihren Fähigkeiten gelangt sind. In Griffins Anwesen leben außerdem Emily, eine junge, technisch sehr begabte Irin, und der mürrische Sam, der mit seiner Stärke sogar Finleys dunkle Seite in den Schatten stellt. Emily ist wirklich süß und obwohl sich Finley anfangs gegen alle drei sträubt, wird vor allem Emily bald für sie zu einer echten Ansprechpartnerin und Vertrauten. Sam hingegen scheint zwar stark, jedoch nicht gerade der hellste zu sein. Sein Handeln bringt seine Freunde ordentlich in Gefahr, wenn man aber seine genauen Hintergründe kennenlernt, kann er einem nur Leid tun. Insgesamt haben mir die Charaktere sehr gut gefallen, durch Perspektivenwechsel hat man jeden außerordentlich gut kennengelernt und besonders die Verbindungen zwischen den Jugendlichen waren sehr interessant. Außerdem hat die Autorin mit Jack Dandy, dem äußerst attraktiven und geheimnisvollen Herren der Londoner Unterwelt, zu dem sich Finleys dunkle Seite scheinbar sehr hingezogen fühlt, einen faszinierenden Charakter geschaffen. Er bringt ordentlich Schwung und Humor in die Geschichte und sein Akzent hat ihn sehr authentisch werden lassen.

 

Fazit:

„Das Mädchen mit dem Stahlkorsett“ entführt den Leser in das London des 19. Jahrhunderts, das durch die Automaten reichlich modern, gleichzeitig durch die Klassenordnung aber noch reichlich konservativ ist. Jedenfalls war es abenteuerreich, Finley und ihre neuen Freunde durch dieses London zu begleiten und denjenigen zu suchen, der scheinbar das gesamte Empire stürzen will. Einziger kleiner Kritikpunkt war für mich der Schreibstil, der den Charakteren und der Handlung nicht ganz gerecht werden konnte. Deshalb gibt es von mir 4 von 5 Herzen.

4 Herzen

 

 

Vielen Dank an Heyne fliegt für dieses Rezensionsexemplar!

 

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