Interview mit Marion Hübinger

Heute gibt es mal wieder etwas Besonderes: Vor etwas über einem Jahr bin ich über die Buchverlosung von „Die Farben der Dunkelheit“ , dem Debütwerk von Marion Hübinger, gestolpert. Zack, habe ich mich beworben und durfte mich schließlich über ein E-Book von „Die Farben der Dunkelheit“ freuen. Zwar gab es für mich einige Kritikstellen, aber kurz darauf fragte Marion an, ob ich Lust hätte, das Manuskript zu ihrer neuen Reihe gegenzulesen. Erfreut habe ich zugesagt, das Manuskript wurde gelesen und mit meinen Anmerkungen „verziert“ und kurz darauf haben wir uns dann auf der Buchmesse in Frankfurt zum ersten Mal persönlich getroffen. Mehr dazu gibt es noch hier. Dort habe ich Marion ein Interview kurz vor Veröffentlichung dieses ersten Teils vorgeschlagen. Da dieser nun am 3.9 unter dem Titel „Soul Colours-Blaue Harmonie“ bei im.press erschienen ist, gibt es nun hier wie versprochen das Interview:) Viel Spaß beim Lesen:)

 


Marion über sich auf lovelybooks

Ihr Blog

Und noch bei Carlsen

 

 

 

Du hast ja schon früh mit dem Schreiben angefangen (Geschichten, Tagebuch etc.). Kam in deiner Kindheit/Jugend da schon der Traum auf, Autorin zu werden?

Definitiv ja! Aber wirklich nur davon geträumt. Mehr als bis in die Redaktion der Schülerzeitung habe ich mich nicht vorgewagt.

 

Ich habe gelesen, dass du Buchhändlerin bist. Wie läuft das so mit dem Beruf, dem Schreiben und der Familie? Wie sieht ein „normaler“ Tag bei dir aus?

Willst du das wirklich wissen? Also bitte: Aufstehen, Frühstücksbrote für die Kinder richten, in die Arbeit fahren, danach einkaufen, kochen, aufräumen, tja, und dann, wenn alles erledigt ist, bis in die Nacht schreiben… ist alles eine Frage der Organisation. Und wenn ich mal frei habe und die Wohnung für mich, dann juckt es sofort in den Fingern und ich lasse alles stehen  und  liegen und schreibe.

Auf deinem Blog habe ich von deiner Leidenschaft für Herr der Ringe gelesen, was man bei vielen Autoren wiederfindet. Würdest du aus deiner Sicht sagen, dass Tolkien so etwas wie DER Autor überhaupt, ein Idol für alle anderen Schriftsteller, ist?

Herr der Ringe war meine Bibel in der Jugend, ich habe in diesen Geschichten gelebt. Tolkien hat mich sozusagen in die Welt der Fantasy eingeführt. In meinen Augen hat er in der Literatur  einen großen Meilenstein gelegt. Eine eigene komplexe Welt in seinen Büchern zu erschaffen, und die Leser zu verführen, einem dorthin zu folgen, ist doch im Grunde das Ziel von jedem Autor und jeder Autorin. Tolkien hat uns gezeigt, wie das geht, auf jeden Fall.

 

Liest du viel neben dem Schreiben oder liest man, wenn man selbst unter die „Schreiberlinge“ gegangen ist, weniger? Was ist dein bevorzugtes Genre/ deine Lieblingsautoren?

Ich fürchte, ich muss mich an dieser Stelle bei vielen Autoren entschuldigen, deren Bücher mir jetzt nicht mehr zwischen die Finger kommen, seit ich selbst unter die Autorinnen gegangen bin. Allein bei impress, wo ja meine eigenen Bücher erscheinen, habe ich nur einen Bruchteil der e-books gelesen, dabei gibt es dort so viel Schönes zu entdecken. Fakt ist, früher habe ich noch mehr gelesen als jetzt. Zurzeit komme ich auf 2-3 Bücher pro Woche.
Und mein bevorzugtes Genre? Seit längerem Historische Bücher, die vorzugsweise in England oder Schottland spielen. Und natürlich Fantasy. Lieblingsautoren: Tolkien (welch Überraschung),  J.K. Rowling, Jane Austen, Isabel Allende, Nadine Gordimer … nur um einige zu nennen

Sowohl „Farben der Dunkelheit“ als auch „Soul Colours“ fallen ja in den Jugendbuchbereich. Meinst du, du wirst auch noch Werke in anderen Bereichen veröffentlichen oder bist du absolut in den Jugendbuchbereich verliebt?

Ich denke, ´verliebt` ist nicht das richtige Wort. Ich habe dort einfach meine Sprache gefunden, vielleicht weil ich mich bis heute sehr intensiv mit meiner eigenen Jugend auseinander setze. Ein realistisches Jugendbuch kann ich mir vorstellen, ja, aber alles, was ich sonst so im Erwachsenenbereich ausprobiert habe, liegt unvollendet in meinen Schubladen.

 

Gibt es beim Schreiben etwas, das für dich unverzichtbar ist?

Ein Vorrat an Kugelschreibern und Collegeblöcken. Es wäre schrecklich, wenn ich auf einmal nicht weiter schreiben könnte!

 

Hast du ein bestimmtes Lebensmotto?

Harmonie. Frieden.  Eine bessere Welt. Klingt kitschig, ich weiß.

 

Was ist für dich der beste Teil am Schreiben? Die erste Idee, das Feilen an der Geschichte, das erste Mal das fertige Buch in den Händen zu halten, erste Rückmeldungen zu bekommen? Oder ist alles gleich fantastisch? ^.^

Der Geistesblitz, wenn die Geschichte in meinem Kopf plötzlich beginnt sich zu verselbstständigen und ich in wenigen Minuten weiß, was ich schreiben will. Das kann morgens nach dem Aufwachen, oder beim Fahrradfahren durch den Englischen Garten, oder neulich sogar am Meer passieren. Wenn ich die Geschichte dann nicht gleich in wenigen Worten skizzieren kann, werde ich ganz unruhig. So als fürchte ich, dass sie mir wieder verloren geht wie ein Traum, an den man sich nur noch ganz schwach erinnern kann.

 

Hast du irgendeinen Wusch/ eine Bitte oder eine Anmerkung für die Leser deiner Bücher?

Ich wünsche mir, dass jedes meiner Bücher seine eigene Chance bekommt, weil man sie einfach nicht vergleichen kann. Denn jede Figur spricht in einer anderen Sprache  zu mir, je nachdem wer sie ist, wo sie herkommt und was sie erlebt. Und da jede Geschichte zugleich auch ein Stück meiner eigenen ist, seid bitte nicht zu hart zu mir und meinen Figuren. Danke:)

 

Ist Sarina deine Lieblingsprotagonistin aus „Soul Colours“ oder hast du andere Favoriten (ich persönlich finde ja Josh toll ^.^)

Sarina ist auf jeden Fall ein Teil von mir. Doch sie sollte nicht so allein bleiben, und darum hat sich Sunny zu ihr gesellt. Sie ist Freundin, große Schwester und Mutterersatz zugleich, Aus diesem Grund ist mir Sunny im Laufe der Zeit immer wichtiger geworden (meine Testleser mochten sie auch besonders gern!).
Josh ist leichtfüßig durch meine Geschichte marschiert, man muss ihn einfach mögen, oder?  Mein heimlicher Favorit unter den Jungs ist aber Marc. Von ihm weiß ich noch viel zu wenig, darum fasziniert er mich so.

 

Und zu guter Letzt noch eine Frage, die mich persönlich besonders interessiert: In allen drei Büchern tauchen ja gewisse künstlerische Aspekte bzw. eine höhergestellte Bedeutung von Farben auf. Gibt es da irgendeine Geschichte zu; eine spezielle Bedeutung für dich?

Irgendwie schon. Ich habe einen eigenen Kraftstein. Er ist blau. Tja, und ich male selbst sehr gern. Da kann es schon passieren, dass mir der Sinn spontan nach einer ganz bestimmten Farbe steht. Aber Kreativität ist mir überhaupt sehr wichtig. Ich bewundere jeden, der sich durch Tanz, Musik, Malerei oder Schreiben ausdrücken kann.

 

Vielen lieben Dank, Marion, für dieses Interview und Weiterhin viel Spaß und Erfolg beim Schreiben! Ich freue mich schon auf deine nächsten Werke!

 

 

Übrigens: Lange warten müsst ihr auf Band 2 nicht, dieser erscheint noch im November-und auch hier durfte ich wieder Testleserin sein:) Außerdem hat mir Marion erzählt, dass sie bereits an Teil 3 arbeitet.

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