Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks

Titel: Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks
Autor: Cynthia Hand
Verlag: Harper Collins
Originaltitel: The Last Time We Say Goodbye
Erschienen: 10.09.2015
Gebunden, 320 Seiten
Preis: 16,90€
Kaufen

Inhalt:

Sieben Wochen ist es her, dass sich Lexies jüngerer Bruder Ty umgebracht hat und Lexies Leben auf den Kopf gestellt hat. Das sonst so rationale Mädchen versucht verzweifelt, herauszufinden warum, und isoliert sich dabei selbst immer mehr. Sogar ihren Freund Steven stößt sie von sich, zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an die gemeinsame Zeit, während der sie Ty wegen Steven ihrer Meinung nach vernachlässigt hat. Stück für Stück gelingt es ihr jedoch, nachzuvollziehen, warum Ty sich das Leben genommen hat-und beginnt selbst wieder, richtig zu leben…

Meine Meinung:

Basierend auf der Idee von Lexies Psychiater, dass sie ihre Gefühle über Tys Selbstmord in einer Art Tagebuch festhalten soll, gliedert sich das Buch sozusagen in zwei Arten von Kapiteln: Einerseits ist da die Gegenwart, in der wir miterleben können, wie Lexie ihren Alltag meistert, andererseits sind da die Tagebucheinträge, durch Kursivschrift deutlich von den anderen abgesetzt, in denen man deutlich das Gefühlschaos merkt, in dem sich sie sich befindet. Besonders diese Abschnitte wirken sehr authentisch, hervorgehoben durch immer wieder durchgestrichene Sätze, und Lexies leicht bissige, sarkastische Art spiegelt sich auch hier wieder.
Auf den ersten Blick mag Lexie kühl und rational wirken, trotzdem habe ich das Mathegenie mit ihrem leicht schrägen Humor schnell ins Herz geschlossen, weil sie gleichzeitig auch sehr impulsiv und emotional reagieren kann. Jedenfalls setzt sich Lexie in diesen Abschnitten auf das Intensivste mit ihren Gefühlen und Gedanken bezüglich Tys Tod auseinander, verständlicherweise auch mit Wut und Zorn. Man merkt, dass die Autorin selbst einschneidende Erfahrungen mit dem Thema Selbstmord gemacht hat und so wirken Lexies Reaktionen absolut realistisch.
Die anderen Kapitel befassen sich wie gesagt mit der Gegenwart. Hier erlebt Lexie immer wieder Rückschläge, beginnt langsam aber auch, Tylers Tod zu verarbeiten und selbst wirklich weiterzuleben. Dabei hilft ihr vor allem eine alte Freundin, wobei ich diesen Part nicht sonderlich realistisch fand. Erstens sind die beiden wirklich sehr unterschiedlich und haben sich zweitens seit Ewigkeiten nicht mehr miteinander unterhalten oder beschäftigt. Ihr Auftauchen kam da zu überraschend, zumal das Hineinbringen der Geister und spiritueller Aspekte der Geschichte an Authentizität und Ernsthaftigkeit beraubt haben. Das hätte man herauslassen können, dann wäre das Buch berührender und trauriger für mich gewesen.
Außerdem ist ein kleiner Kritikpunkt, dass sonstige Charaktere wirklich nur Randfiguren waren. Gerade Lexies Freunde in der Schule, die sich ehrlich um sie bemühen und ihr helfen wollen, verblassen im Hintergrund und ihre Hilfe wird nicht angenommen. Dies fand ich sehr schade, denn ich denke schon, dass gerade Freunde einen sehr in der Bewältigung von Trauer unterstützen können. Hier hätte mehr auf sie eingegangen werden können, so ist bei mir ein leicht bitterer Beigeschmack zurückgeblieben.

 

Fazit:

„Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks“ ist ein sehr trauriger Roman, in dem Cynthia Hand aber sehr glaubwürdig die Zeit nach dem Tod eines wichtigen Menschen darstellt. Leider hat dann das Zusammenbringen mit der Geisterwelt für mich so gar nicht gepasst, weshalb es zwar eine Leseempfehlung, jedoch nur 4 von 5 Herzen gibt.

4 Herzen

Vielen Dank an Harper Collins ya! und Blogg dein Buch!

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

2 Gedanken zu „Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks

  1. Hallo Anne,

    das Buch sieht man derzeit ja auch häufig. Ich find das Cover interessant, aber der Klappentext lockt mich noch nicht so.

    Aaaah und bei Geister bin ich ja schon direkt raus. Ab und an lasse ich das in solchen Romanen gelten, aber dann muss es wirklich gut eingearbeitet sein. Scheint ja hier nicht der Fall zu sein…

    Kein Buch für mich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

http://anneblogt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_bye.gif 
http://anneblogt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_good.gif 
http://anneblogt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_negative.gif 
http://anneblogt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_scratch.gif 
http://anneblogt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wacko.gif 
http://anneblogt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yahoo.gif 
http://anneblogt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_cool.gif 
http://anneblogt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_heart.gif 
http://anneblogt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_rose.gif 
http://anneblogt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_smile.gif 
http://anneblogt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_whistle3.gif 
http://anneblogt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yes.gif 
http://anneblogt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_cry.gif 
http://anneblogt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_mail.gif 
http://anneblogt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_sad.gif 
http://anneblogt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_unsure.gif 
http://anneblogt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wink.gif