Im Herzen der See

Titel: Im Herzen der See
Autor: Nathaniel Philbrick
Verlag: Heyne
Originaltitel: In the Heart of the Sea
Erschienen: 09.11.2015
Taschenbuch, 352 Seiten
Preis: 9,99€

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Inhalt:

November 1820: 4.000 Kilometer westlich der südamerikanischen Küste kentert das Walfängerschiff Essex nach dem Zusammenstoß mit einem scheinbar rachsüchtigen Pottwal. Die 20-köpfige Besatzung kann sich gerade noch in die drei Beiboote retten-doch damit beginnt ihr Abenteuer erst. Geschwächt durch Hunger, Durst und Angst segeln sie drei lange Monate lang über das offene Meer, mit dem Ziel, die südamerikanische Küste zu erreichen. Aber nicht jeder wird diese erreichen…

Meine Meinung:

Inspiriert von der tragischen Geschichte des Walfängers Essex ist 1851 „Moby Dick“ erscheinen. Während Herbert Melville sich jedoch mehr auf das Kentern des Schiffes durch den Wal und die anschließende Jagd auf diesen konzentriert, liefert uns Nathaniel Philbrick einen detaillierten und genauestens recherchierten Tatsachenbericht, verpackt in einen Roman. Denn obwohl ungeheuer viele Informationen zu Nantucket und der Besatzung der Essex auf den Leser einprasseln, liest sich das Buch sehr spannend. Zwar dauert es einen Moment, bis Nathaniel Philbrick zur eigentlichen Geschichte kommt, was manchen Leser, wie auch mich, vielleicht ein bisschen stören wird. Die ganzen Infos über Nantucket sind zwar nicht uninteressant, ich hätte sie aber nicht gebraucht.

Der Hauptteil selbst nimmt nur wenig Raum ein, schnell hat man sich durch die Odyssee gelesen, die die Männer auf offenem Meer erleben-ziemlich schade, wie ich finde, zumal es mir an Emotionalität fehlte. Der Autor beschreibt die zahlreichen Probleme, vor die die Besatzung in den drei Booten gestellt wird, unter anderem Hunger, Durst und später auch Kannibalismus, nur fällt es schwer, nachzuvollziehen, was die Männer in der Situation wirklich denken. Hier hätte ich mir weniger Zitate aus überlieferten Berichten der Männer und Fachwissen gewünscht, sondern mehr Gedanken und Gefühle. Innensicht wäre da angebracht gewesen, denn schließlich ergibt sich der Autor trotz der Faktenorientiertheit auch oftmals in Spekulationen, die meiner Ansicht nach nicht immer so angebracht waren.

Interessant fand ich es dann nochmals gegen Ende zu erfahren, was aus den einzelnen Besatzungsmitgliedern geworden ist. Das Unglück sehr unterschiedlich verarbeitend, differenzieren sich ihre Lebensgeschichten dann sehr voneinander-während der eine weiter auf Walfang geht, bleibt der andere lieber als Nachtwächter in Nantucket. Allerdings hätte man den Glossar mit den Worterklärungen statt ans Ende lieber an den Anfang des Buches packen sollen, da es im Buch nur so von Walfängerbegriffen wimmelt.

Fazit:

„Im Herzen der See“ ist trotz mehr Fakten als Fiktion spannend zu lesen, die Odyssee der Besatzung nach dem Kentern der Essex hätte aber noch eindringlicher und emotionaler beschrieben werden können, zumal diese nur einen kleinen Teil des Buches einnimmt. Wer sich für die tragische Geschichte der Essex fasziniert, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen, von mir gibt es jedoch nur 3 von 5 Herzen.

3 Herzen

Vielen Dank an Heyne für dieses Rezensionsexemplar!

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