Der Junge, der Glück brachte

Titel: Der Junge, der Glück brachte
Autor: Nicholas Vega
Originalsprache: Deutsch
Erschienen: November 2013
E-Book
Preis: 2,99€
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Das E-Book habe ich bei einer Leserunde auf Lovelybooks gewonnen:)

Erster Satz:

Lynette war ein Mädchen, das von allem etwas zu viel hatte.

 

Inhalt:

Als Lynettes Mutter stirbt, gibt es nur noch Stress und Ärger in ihrer Familie. Zuflucht findet sie in dem seltsamen Buch von Herr Odes: “Der Junge, der Glück brachte“. Die Geschichte zieht sie sogar in ihren Träumen in das perfekte und fröhliche Immerheim, wo sie auf Jeronimus, den neunjährigen Hauptcharakter des Buches trifft. Dieser verschenkt mithilfe seiner Sapirus Glück, scheint jedoch selbst eher traurig. Auserkoren als seine Retterin und Kriegerin soll Lynette ihm helfen, aus seinem Turm zu entkommen und ihn vor dem unheimlichen Schattenmann beschützen. Doch Lyn ist keine Kämpferin, hält sich selbst eher für ängstlich, und verspürt trotzdem den dringenden Wunsch, Jeronimus, der ihr langsam ans Herz wächst, auf seinem Weg raus aus dem Turm und in die Welt außerhalb Immerheims hinein zu begleiten. Aber ist das ganze wirklich ein Traum? Und wenn ja, kann man in seinen Träumen sterben?

 

Meine Meinung

Handlung:

Die Geschichte ist total berührend und bringt einen zum Nachdenken. Es ist toll, wie Lynette in das Buch und damit in die Geschichte von Jeronimus eintaucht. Man wird selbst mitgezogen und ist fasziniert von der Welt des neunjährigen Jungen, der Mithilfe der Sapirus Glück verschenkt, jedoch selbst in seinem Turm einsam ist. Dass er sich ausgerechnet Lynette, ein leicht molliges Mädchen, das in ihrer eigenen Fantasywelt, bestehend aus Videospielen, Harry Potter und Herr der Ringe lebt und das nach dem Tod ihrer Mutter und dem Stress in ihrer Familie selbst verzweifelt ist, als Heldin und Retterin auserwählt, scheint erstmal lustig und ironisch. Aber die beiden ergänzen sich super und lernen viel voneinander. So lernt z.B. Lyn nach ihren „Träumen“ nach einiger Zeit ihre Familie zu schätzen und erfährt, was Glück ist. Die „reale“ Welt, außerhalb der Aufenthalte in Jeronimus Welt, also die Schule, ihr bester Freund Sascha, der sie in letzter Zeit etwas nervt mit seinem leicht aufdringlichen Verhalten, und Lyns Familienleben werden gut erzählt und holen den Leser immer wieder zurück, was ich zwischenzeitlich zwar etwas schade fand, aber im Nachhinein auch notwendig war, denn Lyns „reales“ Leben ist halt trotzdem das Wichtigste. Jeronimus Suche nach einem Weg raus aus seinem Turm, die erschwerliche Wanderung mit dem griesgrämigen Wanderer und das Treffen des Schattenmannes und anderer gefährlichen Monstern verleihen dem Buch die Spannung, die sonst eher wenig vorhanden ist, da sich das Buch einfach sehr auf die Gefühle konzentriert. Das Buch hat mich sehr an „Der Märchenerzähler“ von Antonia Michaelis und „Als die schwarzen Feen kamen“ von Anika Beer erinnert, zwei tolle Bücher. Was mir besonders gefällt, das „Der Junge, der Glück brachte“ auch irgendwie durch seine berührende Art einen Lerneffekt hatte. Wie in dem Buch so schon gesagt wird: „Lerne nur das Glück ergreifen, den das Glück ist immer da.“ Oder „Glück ist Wasser in der Hand“. Ich mache mir mehr über meine einzelnen Möglichkeiten nach und frage mich oft, welche mich, und welche die anderen glücklich machen könnte. Auch freue ich mich über kleine angenehme Überraschungen viel mehr. Außerdem habe ich ein paar neue Rätsel gelernt 😉

 

Charaktere:

Jeronimus und Lynette sind beide zwei außergewöhnliche Charaktere. Beide haben ihre Ecken und Kanten, was sie total realistisch macht. Das Buch wird aus Lynettes Sicht erzählt. Da Lynette 14 ist, also nur ein Jahr jünger als ich, konnte ich mich sehr gut in sie hineinversetzen, obwohl ich (zum Glück) noch beide Elternteile habe. Manchmal ist sie etwas schüchtern und verhält sich nicht ganz ihrem Alter entsprechend, in den entscheidenen Situationen wächst sie aber immer wieder über sich hinaus. Das zeigt, dass vielleicht jeder Mensch mehr Kraft und Mut hat als er denkt. Auch dass sie eher eine Außenseiterin ist, die ihr eigenes Ding durchzieht und wenig auf die Meinung anderer gibt, finde ich einen sehr sympathischen und interessanten Charakterzug. Darin unterscheidet sie sich vollkommen von ihrer 10-jährigen Schwester Kessie. Dieser ist die Mode und die Ansicht ihrer Klassenkameradinnen über sie das Wichtigste. Meiner Erfahrung nach taucht dieses Syndrom zwar eher mit 12 oder 13 auf, aber Menschen sind ja bekanntermaßen verschieden. Von ihrer Art her jedoch handelt sie ihrem Alter entsprechend und bekommt sich oft mit Lyn in die Haare. Dass es zwischen den beiden schlussendlich doch so etwas wie einen Waffenstillstand gibt, dient als gutes Beispiel für Geschwisterkinder und gefällt mir sehr gut.
Dass Jeronimus ein neunjähriger Junge ist, fand ich anfangs nicht wirklich realistisch. Er wirkte stark, nachdenklich, erwachsen und wortgewandt, jedoch lernte der Leser während den Treffen mit Lynette auch seine traurige und sehr kindliche Seite kennen. Obwohl man nie richtig in seine Perspektive schlüpft, bekommt man durch Lynettes Wahrnehmungen einen guten und verständnisvollen Einblick in seine Gedankenwelt. Ich habe richtig mit ihm gelitten, da er immer anderen Leuten Glück schenkt, sein eigenes Glück in der Geschichte hingegen aber nicht findet. Trotzdem hätte ich diesen eher ausgeglichenen Charakter nicht für einen neunjährigen Jungen gehalten.
Der Wanderer ist ein Protagonist mit wirklich vielen Ecken und Kanten: mürrisch und oftmals verletzend mit seinen Worten leitet er Lynette und jeronimus auf dem Weg zur Hüterin der Zeit und nur selten kommt seine nette und freundliche Art hervor. Genauso wie Herr Odes gefällt mir dieser Charakter gut, entsprechen sie nicht dem typischen Heldenbild- was aber eigentlich keiner der Protagonisten dieser Geschichte tut. Und ja, ich finde, dass auch Herr Odes ein Held ist, handelt er am Ende doch richtig und lässt seinen Sohn endlich nach vielen Jahren gehen. Außerdem steht er für die fast vergangene Zeit von Videospielotheken, die es heutzutage nur noch sehr selten gibt.
Auch die Nebencharaktere wie Lynettes Bruder, ihr Vater, ihre Schwester und Sascha kann man sich sehr bildlich vorstellen, allerdings hätte ich gerne mehr über den Schattenmann und den Herrscher des Nachtschlosses erfahren. Die Geschichte der Hüterin der Zeit fand ich eine tolle Idee, sehr märchenhaft, wie teilweise auch das Buch.

 

Schreibstil:

Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen, transportiert aber trotzdem sehr gut die Gefühle zum Leser. Positiv fand ich die zumeist kurzen Sätze, da ich lange Sätze (obwohl ich gerne welche schreibe ) sehr anstrengend zu lesen finde. Schon allein die erste Seite fand ich ausgezeichnet und auch etwas humorvoll geschrieben und war sehr froh, dass sich dieser Schreibstil über das gesamte Buch erstreckt.

 

Cover:

Ein wunderschönes Cover, das nicht überladen ist, und das wie die Geschichte selbst etwas Märchenhaftes hat. Allerdings sticht es nicht sonderlich heraus und ich würde mir das Buch nicht aufgrund des Covers kaufen.

 

Fazit:

Ich bin echt froh, an der Leserunde teilnehmen zu dürfen und dieses tolle Buch als E-Book gewonnen zu haben. Eine berührende, authentische und gleichzeitig märchenhafte Geschichte, die einen zum Nachdenken bringt. Da ich solche Bücher liebe, gibt es von mir 5 von 5 Punkten.

 

Über den Autor:

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Nicholas Vega lebt zusammen mit seiner Frau und zwei Kindern in Sachsen.

 

 

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