Die Tochter eines Arztes

Titel: Die Tochter eines Arztes
Autor: Martina Frey
Verlag: Dryas
Originalsprache: Deutsch
Erschienen: September 2013
Taschenbuch, 400 Seiten
Preis: 9,50€
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Erster Satz:

Der Abend war hereingebrochen, sodass kaum noch Licht durch die hohen Fenster fiel.

 

Inhalt:

Im Jahr 1847 zieht die Arzttochter Eugenia unfreiwillig mit ihrer Familie von Wiesbaden auf das Land. Dort ist der Beginn der badischen Revolution immer mehr zu spüren, müssen viele Bauern aufgrund der Kartoffelfäule und ausfallenden Ernten hungern. Erst findet Eugenia das Leben in Holzhausen langweilig, doch schnell findet sie Freunde und verliebt sich in den Bauernsohn Matthias. Als dieser beim verbotenen Wildern erwischt und angeschossen wird und man Eugenia an seiner Seite findet, wird Eugenia schnell zurück nach Wiesbaden geschickt um dort einen Mann zu finden und zu heiraten, um ihre Ehre zurück zu erlangen. Doch irgendjemand scheint etwas dagegen zu haben und schwärzt Eugenia bei der strengen und sittsamen Gesellschaft an. Gleichzeitig gelangt die badische Revolution in Wiesbaden zu ihrem Höhepunkt und Eugenias Bruder Moritz lernt bei liberalen Versammlungen den tot geglaubten Matthias kennen. Zuerst ist Eugenia entsetzt und will nichts von ihm wissen, merkt aber auch, dass sie ihn liebt. Aber hat die Liebe gegen die Gesellschaft und Eugenias Familie in der schwierigen Zeit eine Chance?

 Meine Meinung

Handlung:

Ein wirklich sehr gelungener historischer Liebesroman mit einer grandiosen Liebesgeschichte. Zwischen den Sitten und ihren eigenen Gefühlen und Gedanken hin und hergerissen, bringt sich Eugenia oft in schwierige Situationen. Ihre anfänglichen Gespräche mit Matthias sind sehr amüsant, besonders da sie in älterer Sprache geschrieben sind und Eugenia Matthias nie schlimmer als „ungehobelter Klotz“ beschimpft;) Die sich langsam entwickelnde Beziehung zwischen den Beiden gefällt mir sehr gut, besonders die daraus entstehenden Probleme in Eugenias Familie und ihrem Ruf in der Gesellschaft. Es war sehr interessant und spannend zu lesen, wie Frauen sich damals verhalten mussten und ich bin echt froh im 21.Jahrhindert zu leben! Doch die Menschen begannen sich schon damals zu wehren und es kam zu Unruhen. Hier habe ich auch geschichtliche Fakten gelernt;) Durch Moritz´ und Matthias´ Perspektive hat man davon noch mehr mitbekommen und man konnte sich die Lage in Wiesbaden richtig vorstellen. Eugenias kleine Abenteuer in Holzhausen sind schön geschildert und man fühlt stark mit den Protagonisten mit.  Anton Hentschels Verhalten fand ich ebenso wie Sebastians abstoßend und ich war froh, als endlich die Wahrheit ans Licht kam und Eugenia es mitbekommen hat. Den Druck auf Eugenia stelle ich mir wirklich riesig vor und es ist bewundernswert, dass sie am Ende ihren eigenen Weg geht. Dieses Ende fand ich klasse, war es meiner Meinung nach die einzige Lösung für alle Probleme von Eugenia, Matthias und Moritz.

Volle 5 von 5 Punkten.

 

Charaktere:

Eugenia ist die anfangs etwas egoistische und arrogante Tochter des Arztes Anton Hentschel, die sehr unglücklich darüber ist, von Wiesbaden nach Holzhausen, ein kleines Dorf, ziehen zu müssen. Dort leben hauptsächlich ärmere Menschen und Bauern, die die Hauptprotagonisten zuerst verachtet. Sie hält sich stets an alle Regeln, um bald zu heiraten und ihrem Mann eine gute und gehorsame Frau zu sein(Das stelle ich mir ganz schlimm vor!). Von ihrem aufbegehrenden Bruder Moritz übernimmt sie einige rebellische Gedanken und beginnt sich gegen ihre strenge Erziehung aufzulehnen, als sie den Bauernsohn Matthias kennen und lieben lernt. Diese „verwandelte“ Eugenia hat mir sehr gut gefallen und ich konnte ihre freiheitsliebenden Handlungen sowie auch ihre Handlungen um ihrem Vater zu gefallen und keine Schande über die Familie zu bringen sehr gut nachvollziehen. Sie ist ein starker Charakter und ihre letzten mutigen Handlungen haben sie mich vollends ins Herz schließen lassen.

Matthias fand ich von Anfang an sehr sympathisch. Er sieht Eugenia erst als Prinzessin und verzogene Göre, akzeptiert aber auch schnell seine späteren Gefühle und kämpft um Eugenia. Er ist die meiste Zeit ein Kämpfer, der seine Familie versorgen will und dafür sogar wildern geht. Dass er dort angeschossen wird und ins „Korrektionshaus“ muss, hat mir sowohl für ihn als auch für Eugenia leidgetan, da sie dachte, dass er tot wäre. Zum Glück gibt es für ihn und Eugenia ein Happy End, das hat mich sehr gefreut:)

Moritz ist Eugenias Bruder, der auf keinen Fall wie sein Vater Arzt werden will und so unbemerkt sein Studium in Gießen abbricht. Stattdessen geht er auf liberale Veranstaltungen und will den Umsturz der alten Gesetze und Regeln mit vorantreiben. Dort lernt er auch Matthias kennen und bringt diesen später wieder mit Eugenia zusammen. Schon allein wegen dieser Tat mochte ich ihn, aber besonders wegen seinen freiheitsliebenden Gedanken und seiner Art, sich um Eugenia zu kümmern, sie manchmal aber auch zum Nachdenken zu bringen.

Ein ebenfalls mir sehr sympathischer Charakter war Augustus, ein Junge aus Holzhausen mit einer Leidenschaft für Dampfmaschinen. Er und Luise werden Eugenia richtig gute Freunde, wobei er einer der wenigen Charaktere dieses Buches ist, der auf einer wahren historischen Person beruht. Eugenias Vater Anton Hentschel fand ich in seinen Handlungen oft egoistisch (da konnte Eugenia ebenfalls nur so werden;)), aber er war ja auch in einer schwierigen Situation mit der Erpressung. Es gab noch viele weitere Charaktere, die mir aber eigentlich alle gut gefallen haben, die mir aber nicht alle unbedingt sympathisch waren. Für die Charaktere gibt es auf jeden Fall auch 5 von 5 PunktenJ

 

Schreibstil:

Der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen, obwohl er der Sprache der damaligen Zeit angepasst ist. Diese ist für mich eher befremdlich aber auch lustig zu lesen, da sie sehr gestelzt ist und Eugenia ziemlich amüsante „Schimpfwörter“ benutzt;) Ebenfalls 5 von 5 Punkten

 

Cover:

Das Cover ist wunderschön, besonders da es fast nur in Weißtönen und Pastellfarben gehalten wurde. Ein echtes Schmuckstück für mein Regal mit einem überzeugendem Inhalt;) Ganz klar 5 von 5 Punkten.

 

Fazit:

Ein historischer Roman mit vielen Fakten und einer schönen Liebesgeschichte. Absolut empfehlenswert für Leute, die sich gerne mit der damaligen Zeit beschäftigen und gerne Liebesgeschichten lesen. Von mir gibt´s insgesamt 5 von 5 Punkten:)

 5

Dieses Buch habe ich bei einer Leserunde auf Lovelybooks gewonnen. Vielen Dank an die Autorin und den Verlag!

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