Die Sünde

Titel: Die Sünde
Autor: Toni Feller
Verlag: Wellhöfer
Originalsprache: Deutsch
Erschienen: 26.09.2013
Taschenbuch,395 Seiten
Preis: 9,95€
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Erster Satz:

Angeklagter, Sie haben gehört, was Ihnen vorgeworfen wird.

 

Inhalt:

Alle vier Tage bekommt Kommissar Nawrod ein Paket mit einem abgetrennten Körperteil, als erstes ein Zeigefinger, zugeschickt. Die Identität des Opfers ist unbekannt und Nawrod und die türkische Kommissaranwärterin Nesrin Yalcin tappen im Dunkeln, ein Journalist, der langsam in den Fokus der Ermittlungen rückt, bleibt bei den Observierungen aber auch unauffällig. Als ein zweites Opfer verschwindet und Täterwissen an die Öffentlichkeit gerät, machen Presse und der Innenminister Nawrod und seiner jungen Kollegin immer mehr Druck. Aber sind sie auf der richtigen Spur, wenn sie in den hohen Kreisen der katholischen Kirche nach einem Motiv suchen?

Meine Meinung

Handlung:

Das erste Kapitel aus Sicht des ersten Opfers hat mich schon mitgerissen. Schnell schreitet das Buch fort und man merkt richtig den Zeitdruck, der auf den Ermittlern lastet. Dass schon relativ früh bekannt ist, dass alle vier Tage ein Paket für Nawrod mit einem abgetrennten Körperteil bei der Kripo ankommt, finde ich super, es baut eine richtige Spannung auf. Was kommt als Nächstes? Wie lange hat das Opfer noch zu leben? Schön fand ich auch die Vorstellung Nawrods und durch seinen ersten Fall, einen spektakulären Selbstmord, lernt man ihn sehr gut kennen. Zwar sind sich alle einig, dass Haider, ein Journalist, verdächtig ist, jedoch bleiben Motiv und weitere Täter lange im Dunkeln. Die plötzliche Wendung fand ich richtig klasse. Diese passiert, nachdem sie einen Vorsteher der katholischen Kirche für Antworten unter Druck gesetzt haben und Nawrod bei einem genannten Namen überraschend auf den wirklichen Täter stößt. Das Thema mit der katholischen Kirche fand ich hochinteressant, zugleich aber auch schockierend und einfach abstoßend. Leider ist dieses Thema aber relativ aktuell und es wird oft totgeschwiegen 👿 Nawrod begibt sich auf die Spur des Täters, obwohl er und Nesrin aufgrund des hohen Drucks von Medien und Innenminister suspendiert wurden. Dabei gerät er blöderweise in eine Falle und es kommt zu einem gnadenlosen und spannendem Showdown, da der Täter kein Gewissen zu haben scheint. Diese letzten Seiten haben mich richtig mitfiebern lassen, dass Nawrod einen genialen Einfall hat, um sich zu befreien, dabei kommt es ja dann doch wieder ganz anders-zum Glück. Alleine hätte er es wahrscheinlich nicht geschafft, wobei ich es schon eher unlogisch und dumm fand, alleine und ohne jemandem Bescheid zu sagen, dem Mörder zu folgen. Zwar finde ich den Mittelteil mit den zähen Ermittlungen leicht eintönig, da nichts wirklich Neues passiert, allerdings haben mir Einleitung und Ende so gut gefallen, dass es trotzdem für die Handlung 5 von 5 Punkten von mir gibt 😀

 

Charaktere:

Nawrod ist ein sehr sympathischer Kommissar, der allerdings (wie die meisten Kommissare in den Büchern) seine Arbeit über die Familie stellt und deshalb von Frau und Kindern getrennt lebt. Dies macht ihm schwer zu schaffen, durch seine Versetzung von Stuttgart nach Heidelberg konnte er aber dem Alkohol absagen und sich voll auf neue Fälle konzentrieren. Mit seinen vielen Schwächen und seiner teilweise eher unkonventionellen Ermittlungsart gefällt dieser Charakter mir aber sehr gut und es lässt ihn sehr authentisch wirken. Ebenso seine manchmal eher rüde Art und seine Sturheit, wenn es um das Suchen nach Antworten geht;)

Die junge Türkin Nesrin Yalcin ist teilweise wie ihre Eltern eher konservativ, teilweise in ihrer Ausdrucksweise und oft auch in ihrem Verhalten aber auch sehr modern. Dieser ziemlich starke Gegensatz hat mir sehr gut gefallen und sie war immer wieder für Überraschungen gut. Sie ist öfters etwas vorlaut, jedoch auch sehr mutig, was sie mir sympathisch macht. Gleichzeitig ist hier wieder ein Gegensatz verborgen, würde man solche Charaktereigenschaften nicht unbedingt einer eher kleinen und zierlichen Person zuordnen. Mit ihren frechen Antworten hat sie mir häufig mal ein Lächeln auf die Lippen gezaubert;)

Mit dem wirklichen Täter hatte ich oft Mitleid, obwohl er schon ein ziemlicher Psychopath ist und ich es falsch finde, gleich Menschen auf grausame Art leiden zu lassen und umzubringen. Zwar kann ich seine Beweggründe durchaus verstehen und war getroffen von seiner schrecklichen Kindheit, aber dies tut bei langem nicht seine Taten rechtfertigen!

Viele weitere Charaktere haben mir gut gefallen, es waren nicht zu viele, und von den meisten wurde mal aus ihrer Perspektive geschrieben. Dies finde ich sehr positiv und es gibt für die Charaktere 5 von  5 Punkten.

 

Schreibstil:

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, mir ist kein einziger Rechtschreibfehler aufgefallen und das Buch ist flüssig und ohne Stolpersteine zu lesen;) Die häufigen Perspektivenwechsel haben mir sehr zugesagt, besonders die aus Sicht der Opfer fand ich spannend, auch wenn sie sehr grausam waren. 5 von 5 Punkten.

 

Cover:

Die Oberflächenbeschaffenheit mit hervorgehobenen Motiven und Schriften hat mir sehr gut gefallen, dass Motiv an sich ist aber noch verbesserungsfähig. Es ist auch kein wirklicher Eyecatcher, wenn überhaupt, dann nur die rote Schrift und die Bluttropfen;) Deshalb 4 von 5 Punkten.

 

Fazit:

Ein sehr gelungener und spannender Krimi, an dem nur sehr wenig auszusetzen ist und den ich jedem Krimiliebhaber empfehlen kann 🙂 5 von 5 Punkten.

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