Tränen der Zeit 1-Die unbekannte Gefahr

Titel: Tränen der Zeit 1-Die unbekannte Gefahr
Autor: Bernard Mondae
Originalsprache: Deutsch
Erschienen: 20.10.2013
E-Book, 422 Seiten
Preis: 3,99€
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Erster Satz:

Francis Stevens erwartete nichts mehr vom Leben.

Inhalt:

Francis Stevens, ein ehemaliger Offizier, wird von der „Organisation“ angesprochen, einer Gruppe Zeitreisender, die kranke Kinder aus vergangenen Jahrhunderten heilen und sie ausbilden, dass sie im 21.Jahrhundert leben können. Er soll in eine Station nach Schottland ins 10.Jahrhundert reisen und sich dort auf die Suche nach Kindern begeben. Da er nicht an Zeitreisen glaubt, das viele Geld aber gut gebrauchen kann, stimmt er zu. Wider Erwarten reist er dann wirklich ins 10.Jahrhundert. Dort lernt er die Jugendlichen aus dem 10.Jahrhundert, wie z.B. die mutige Wikingerin Inga oder die immer lesende Andra, aber auch Leute aus dem 21.Jahrhundert kennen und beginnt als Leiter die Station und deren Aufgaben um zu strukturieren. Schnell wachsen ihm die Jugendlichen ans Herz, besonders Inga, doch eine unbekannte Gefahr bedroht sie von außen. Editha, eine ausgebildete Mörderin, können sie schließlich gefangen nehmen. Sie scheint einer Konkurrenzorganisation anzugehören, die jedoch mit wesentlich brutaleren Methoden vorgeht. Zusätzlich gibt es noch einen verärgerten Clanführer, der die Station belagert. Kann Francis es schaffen, die Jugendlichen im 10.Jahrhundert zu beschützen?

Meine Meinung

Handlung:

Zeitreisen finde ich sehr spannend und die Methode hier war sehr realistisch. Die Grundidee des Buches, Menschen aus dem 21.Jahrhundert nach Schottland ins 10.Jahrhundert zu schicken, um dort Kinder für die Organisation zu suchen, finde ich eigentlich ganz gut, allerdings ist diese im Laufe des Buches ziemlich in den Hintergrund gerückt und es sind noch viele Fragen offen. Hier hoffe ich auf einen 2.Teil. Viel wurde hingegen das Zusammenleben innerhalb der Station beschrieben und die ungeplanten Vorfälle wie z.B. die Gefangennahme von Editha und deren Bewährung. Diese Abschnitte habe ich sehr gerne gelesen, da sie durch den Schreibstil angenehm zu lesen waren, allerdings haben sie meistens nicht gerade vor Spannung gestrotzt. Hier hätte durchaus etwas gekürzt werden können. Die Ausflüge in die umliegenden Dörfer fand ich ganz ok, sie waren aber auch nicht unbedingt abenteuerlich. Warum hatten sie z.B. keine Probleme mit den Wikingern, die zu der Zeit so berüchtigt waren? Diese wurden aber immer nur am Rande bemerkt und stattdessen gab es einen sexistischen und ziemlichen dummen Clansohn, der mit seinem Tod Francis und seinen Leuten Sorgen bereitet. Da wären Wikinger echt spannender und besser gewesen! Ansonsten kam erst etwas Spannung mit Edithas Erscheinen auf, davor war die Handlung eher langweilig. Edithas Handlungen sind aber nicht vorhersehbar und diese unsichere Komponente hat mal etwas Spannung reingebracht. Das hat Gisbert vorher definitiv nicht geschafft! Dass er dann am Ende aber so Probleme bereitet und Editha schon fast zum Gutmensch wurde, fand ich eher unrealistisch und meiner Meinung nach hat es nicht wirklich gepasst. Hier hätte ich mir ein anderes Ende gewünscht, mit einem packenderem Showdown. Da war mit das Fesselndste schon der Cliffhanger. Leider nur 2 von 5 Punkten.

 

Charaktere:

Die Charaktere hingegen haben mir eigentlich sehr gut gefallen, da sie sehr ausführlich beschrieben sind und es ab und zu auch mal einen Perspektivenwechsel gibt. Die meiste Zeit wird aber aus der Sicht von Francis erzählt. Seine Vorsätze für die Station finde ich zwar sehr lobenswert, allerdings wurde er manchmal zu gut dargestellt. Er löst jede Diskussion auf und kann Mitarbeiter von deren falscher Meinung abbringen. Das fand ich nicht so realistisch, ebenso dass er als ehemaliger Offizier sich in Kampfsituationen oft unbeholfen anstellt. Trotzdem mochte ich ihn aber sehr gerne und ich bin gespannt, ob er seine Mitarbeiter und die Station in Schottland jemals wiedersieht. Seine Stellvertreterin Inga, in die er sich verliebt, mochte ich hingegen von Anfang an mit ihrer dickköpfigen und mutigen Art. Sie kümmert sich gut um die anderen „Natives“ und ich hoffe, dass sie keine schlimme Strafe erwartet. Zu Francis passt sie sehr gut und ich hoffe, dass sie zusammen bleiben dürfen. Am Liebsten von den anderen Jugendlichen aus dem 10.Jahrhundert mochte ich den „Bücherwurm“ Andra, allein schon wegen ihrer Angewohnheit, ständig zu lesen;) Schön fand ich auch, dass sie sich als einzige sehr um Editha bemüht hat und schließlich auch Zugang zu ihr gefunden hat. Diese mochte ich auch sehr gerne und ihre Vergangenheit war sehr berührend. Allerdings ging ihr Wandel zu einem guten Menschen doch etwas schnell, ihre brutale und provozierende Art wurde aber gut dargestellt. Editha hätte ich aber echt ein schöneres Ende gewünscht. Sonst gab es noch viele weitere Charaktere, andere „Natives“ und „21er“, die aber eher kleine Rollen einnehmen. Gar nicht leiden konnte ich allerdings die „21erin“ Jane, ihr arrogantes und heldenhaftes Getue fand ich schnell nervig und ihre teilweise sehr brutale Art ist ziemlich abschreckend, ebenso konnte ich den Native Gisbert auch nicht wirklich sympathisch finden. Seine Geisteskrankheit ist für mich keine Entschuldigung für seine Handlungen und den Spaß an Waffen. Für die Charaktere gibt es jedenfalls 4 von 5 Punkten.

 

Schreibstil:

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, er ist der Hauptgrund dafür, dass ich das Buch gerne gelesen habe und hat auch eher langatmige Abschnitte lesbar gemacht. Zwar gab es ein paar Fehler bei der Zeichensetzung, allerdings war es trotzdem flüssig zu lesen.  Nur die Kapitel hätten etwas kürzer sein können. Trotzdem 5 von 5 Punkten.

 

Cover:

Naja, ist irgendwie schon verbesserungsfähig. Wahrscheinlich soll die Frau Inga darstellen, allerdings stelle ich mir sie etwas anders vor. Dass das Cover in Blautönen gehalten wurde, finde ich zwar schön, die Schriftfarbe des Titels und Untertitels passt aber nicht wirklich dazu. Und ins Auge sticht es auch nicht. 3 von 5 Punkten.

 

Fazit:

Für diese Entscheidung habe ich etwas länger gebraucht. Sprachlich finde ich das Buch zwar sehr gut, inhaltlich hat es aber einige Schwächen. Deshalb würde ich dieses Buch Leuten empfehlen, die keine actiongeladenen Werke mögen, sich aber gerne von einer sehr guten Sprache durch einen Zeitreiseroman mit vielen Aspekten der menschlichen Psyche und dem Zusammenleben mehrerer Menschen auf kleiner Fläche leiten lassen. Allerdings sollte man nicht allzu hohe Erwartungen in die Spannung setzen;) Aufgrund des Schreibstils, da ich diesen sehr wichtig finde, vergebe ich aber 4 von 5 Punkten.

 

 

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