Die Wahrheit über Ivy

Titel: Die Wahrheit über Ivy
Autor: Kathy Stinson
Verlag: cbt
Originaltitel: What happend to Ivy
Erschienen: 14.04.2014
Taschenbuch, 192 Seiten
Preis: 7,99€
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Inhalt:

Die 11-jährige Ivy ist aufgrund ihrer Behinderungen der Mittelpunkt ihrer Familie.  Während sie immer die Aufmerksamkeit ihrer Eltern hat, scheint David für diese nur ein Betreuer und Helfer zu sein. Zwar liebt David seine Schwester über alles, aber oft nervt sie ihn auch oder ist ihm peinlich, besonders in der Öffentlichkeit oder vor der Nachbarstochter Hannah. Als Ivy jedoch eines Tages im Urlaub beim Schwimmen mit ihrem Vater tödlich verunglückt, stellt sich für David die Frage, ob es wirklich ein Unfall war. Oder konnte sein Vater Ivys Unglück vielleicht nicht mehr länger ertragen?

Meine Meinung:

Das Cover finde ich zwar ganz interessant, passt für mich aber mehr zu beispielsweise einem Thriller und hat finde ich wenig mit dem Inhalt zu tun. Okay, Davids Schwester ertrinkt zwar, aber meiner Meinung nach gibt es Motive, die die Stimmung, die das Buch vermittelt, besser auffangen würden.  Diese ist hauptsächlich sehr bedrückt und traurig, vermischt mit Schuldgefühle und der Frage, ob Ivys Tod gewollt oder ein Unfall war.

Das Thema ist also wirklich ernst und berührend, leider kamen bei mir aber die Emotionen nicht richtig an. Man weiß, dass man schockiert sein sollte, mit David leiden sollte, aber besonders durch die schnellen Szenenwechsel kam das bei mir nicht gut an. Die Autorin scheint bei keiner Situation lange zu verweilen, wo andere einen langen Dialog ansetzten, schiebt sie gleich die nächste Handlung hinterher. Beispielsweise als David seinen alten Nachbarn wiedertrifft und mit ihm ein Gespräch beginnt, einer der beiden etwas Wichtiges sagt-dann ist die beschriebene Situation schon wieder vorbei. Hier hätte die Autorin meiner Meinung nach deutlich ausführlicher werden können. Vielleicht hätte dann das Buch statt „nur“ 192 um die 250 oder sogar 300 Seiten gehabt. Das hat mir gar nicht gefallen und man bekommt das Gefühl, durch die Geschichte zu hetzen.

Zudem hat man dadurch die Charaktere kaum kennengelernt, David, aus dessen Sicht geschrieben ist, lernt man als Leser kaum kennen. Wenn er mit Ivy in der Öffentlichkeit unterwegs ist, werden beide öfters schräg angesehen, was ihm sehr peinlich ist, und deshalb verhält er sich ihr gegenüber auch manchmal ziemlich fies. Dies kann man denke ich sehr gut nachvollziehen, auch wenn es nicht nett ist. Nur Hannah, die neu in Davids Straße gezogen ist, scheint Ivy zu akzeptieren und auch David näher kennenlernen zu wollen. Sie fährt sogar mit Davids Familie in den Urlaub, was David sehr glücklich macht. Den er ist in Hannah verliebt, allerdings hat mir dieser Ansatz der Liebesgeschichte nicht wirklich gefallen. Hannahs Verhalten fand ich die ganze Zeit eher abweisend und das Ende hat mir dadurch nicht gut gefallen, auf mich hat es eher so gewirkt, als ob sie sich nur mit ihm trifft, weil er ihr Leid tut. Hier hatte die Autorin wohl andere Intentionen, aber Hannah schein die ganze Zeit deutlich mehr an Ivy als an David interessiert zu sein.

Hier muss ich der Autorin einen dicken Pluspunkt geben: Sie hat Ivys geistige und körperliche finde ich gut recherchiert und auch dargestellt, vor allem die Auswirkungen ihrer Behinderung auf ihre Familie. Dies war für mich äußerst realistisch und in dem Zusammenhang hat mir auch die Handlung gut gefallen, dass sie beim Schwimmen mit ihrem Vater ertrinkt und man sich unweigerlich die Frage stellen muss, ob es tatsächlich ein Unfall war. Nur fand ich es ziemlich naiv von David, zu glauben, dass die Menschen nicht munkeln würden, dass es vielleicht kein Unfall war. Ich denke, eine solche Frage würde man sich unter den beschriebenen Umständen auf jeden Fall sofort stellen, und nicht erst so spät wie er!

 

Fazit:

Ein interessantes Thema, bei dem vor allem die Reaktionen der Mitmenschen und die Folge für die Familie auf mich sehr realistisch gewirkt haben. Jedoch konnte der Schreibstil die Gefühle nicht richtig übermitteln und so gibt es von mir trotz einer Leseempfehlung für Jugendliche im Alter zwischen 12 und 16, da für diese das Buch meiner Meinung nach am besten geeignet ist, nur 3 von 5 Punkten.

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