Wir beide, irgendwann

Titel: Wir beide, irgendwann
Autor: Jay Asher, Carolyn Mackler
Verlag:Goldmanns Taschenbücher
Originalsprache: Amerikanisch
Originaltitel: The Future Of Us
Übersetzer: Knut Krüger
Erschienen: 18.11.2013
Taschenbuch 400 Seiten
Preis: 9,99€
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Erster Satz:

Ich kann heute nicht mit Graham Schluss machen, obwohl ich meinen Freunden angekündigt habe, dass ich es bei nächster Gelegenheit tun würde.

 

Inhalt:

Wir schreiben das Jahr 1996. Die 16-jährige Emma hat zu ihrem Geburtstag ihren ersten Computer geschenkt bekommen. Zusammen mit ihrem Nachbarn und ehemals bestem Freund Josh installiert sie AOL. Sie loggt sich zum ersten Mal ins WWW ein und landet auf einer Facebookseite. Da Facebook aber erst 8 Jahre später gegründet wird, hat sie keine Ahnung, auf was sie da gestoßen ist. Sie sieht nur ihren Namen, ihren Geburtstag und das Bild einer Frau, die ihr ähnlich sieht- wenn Emma 15 Jahre älter wäre. Denn Emma kann mit ihrem Computer auf die Facebookseiten ihrer Freunde und sich selbst in der Zukunft schauen. Sie liest, dass sie mit 31 nicht nur arbeitslos, sondern auch unglücklich verheiratet sein wird. Ganz im Gegensatz zu Josh, der das hübscheste Mädchen der Schule geheiratet haben und Vater von drei Kindern sein wird. Also beschließt Emma, zu Joshs Entsetzen, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und bewusst Änderungen in der Gegenwart herbeizuführen. Josh hingegen nimmt allen Mut zusammen, um seine zukünftige Frau Sydney anzusprechen, und freundet sich sogar mit ihr an. Emma jedoch aktualisiert immer wieder ihre Facebookseite, verändert die Zukunft,  ist aber nie zufrieden mit den Resultaten und setzt eine fatale Kettenreaktion in Gang. Die Wege der beiden Freunde trennen sich und kommen in einer anderen Version wieder zusammen-bis sie schließlich sogar verheiratet sind. Aber ist das wirklich das, was sie wollen?

 

Meine Meinung:

 

Handlung:

Als ich den Titel gelesen habe, dachte ich „Wow, das ist mal was ganz Neues!“. Die Grundidee ist super, an der Umsetzung scheitert es aber ein bisschen :cry:. Spannung ist nicht wirklich vorhanden und irgendwann ist das mit den ganzen unterschiedlichen Zukunftsmöglichkeiten etwas verwirrend, zudem die Handlung beständig fortschreitet, es aber durch den ständigen Perspektivenwechsel zwischen Emma und Josh zeitweise schwer wird, ihr zu folgen. Das Ende ist, grade durch den Titel, sehr vorhersehbar. Insgesamt gibt es in diesem Buch sehr wenige Überraschungen, aber witzige Ideen für die Zukunft von Josh, Emma und ihren Freunden, die das Buch sehr unterhaltsam machen- aber durch die kaum vorhandene Spannung hat es leider nicht den Effekt, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen will. Auch bekommt man einen guten Einblick in das Leben von Josh und Emma, ihre Hobbies, ihre Freunde, die Schule und in das Leben in den 90er Jahren,was wirklich für mich sehr nett zu lesen war*grins*, sodass die Grundidee manchmal fast zur Nebenhandlung wird. Trotzdem gefällt mir das Buch gut, es hat mich zeitweise zum Lachen, aber auch zum Nachdenken gebracht. Wie wird wohl meine Zukunft aussehen?

 

Charakere:

Emma wirkt erstmal wie das typische Highschoolmädchen, ist beliebt,  ist  aber nicht grade mit den intelligentesten Jungen der Schule zusammen. Sie ist manchmal etwas zögerlich, wenn es um ihren Freund Graham geht, mit dem sie ja eigentlich Schluss machen will, und in den Handlungen, ihre Zukunft zu verändern, teilweise etwas egoistisch, denkt sie gar nicht an Josh, der mit seiner Zukunft voll zufrieden ist. Jedoch kann ich ihr Handeln nachvollziehen, wer will schließlich sehendes Auges ins Unglück rennen, wenn man es verhindern kann? Was jedoch heraussticht und was sie mir sympathisch macht, ist ihr Begeisterung fürs Joggen, und wie sie versucht, ihre Freundin Kellan zu schützen.

Josh ist etwas schüchtern und genauso wie Emma leicht zögerlich. Eigentlich finde ich ihn sympathisch, was aber nervt ist, dass er Sydney teilweise hinterherdackelt wie ein Schoßhündchen :-x. Dass er verletzt ist, da Emma ihn vor einem halben Jahr abgewiesen hat, und so ihre Freundschaft darunter leiden musste, ist traurig aber verständlich. Umso mehr hab ich mich für die beiden gefreut, als sie ihrer langjährigen Freundschaft noch eine Chance gegeben hat. Was mich so richtig berührt hat, ist dass sie einander fast in- und auswendig kennen.

Auch Emmas und Joshs gemeinsame Freunde Kellan und Tyson, die zu einem Paar werden, waren schöne Protagonisten, die man sich bildlich vorstellen konnte und die viele Sympathien hatten, sodass man sie auf ihre lustige Art einfach lieb haben musste. Ganz anders ging es mir bei Graham, ihn kann ich einfach nur als Vollidioten bezeichnen.

 

Schreibstil:

Der Schreibstil ist humorvoll, sehr angenehm und flüssig zu lesen, wird jedoch durch die teilweise eher abrupten Kapitelenden und Perspektivenwechsel etwas gestört.

 

Cover:

Ist mal was anderes mit seinen bunten und leuchtenden Farben, gefällt mir aber sehr und passt auch zum Buch, da es einmal Emma und Josh zeigt, wie sie aufeinander zulaufen, und einmal, wie sie voneinander weggehen, und sich damit auf die verschiedenen Möglichkeiten der Zukunft bezieht(so interpretiere ich zumindest das Cover :idea:).

 

Fazit:

Ein Buch für zwischendurch, an das man nicht mit allzu hohen Erwartungen drangehen sollte, da man sonst leicht enttäuscht werden könnte. Für Leser, die sich mehr für Teenie-Liebesgeschichten und die 90er-Jahre interessieren und weniger für die Grundidee. Trotzdem gefällt mir das Buch, deshalb gibt es 4 von 5 Punkten.

 

Über die Autoren:

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Carolyn Mackler wurde 1973 in Manhatten geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Mann und ihrem Sohn lebt. Sie studierte Kunstgeschichte, begann aber schon früh mit dem Schreiben von Essays, Kurzgeschichten und Jugendbüchern. im Jahr 2000 wurde ihr Debütroman „Love and other four-letter words“ veröffentlicht. „Wir beide, irgendwann“ ist ihr sechstes Buch.

 

 

 

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Jay Asher wurde 1975 in Kalifornien geboren, wo er heute zusammen mit seiner Familie lebt. Sein Debütwerk „Thirteen reasons why“ („Tote Mädchen lügen nicht“) hielt sich über ein Jahr lang in den Bestsellerlisten der New York Times. „Wir beide, irgendwann“ ist sein zweiter Roman

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2 Gedanken zu „Wir beide, irgendwann

  1. Hast du mal den Film „Butterfly Effect“ gesehen, der behandelt ein ähnliches Thema.

    Ich finde, dass der Inhalt sehr spannend klingt, und bin dazu seit „Tote Mädchen lügen nicht“ ein Fan von Jay Asher, du klingst aber ja nicht ganz soooo überzeugt. Hast du mal sein Erstlingswerk gelesen? Ich hätte gernen eine Messlatte 🙂

    LG

    Caro (Bücheraxt)

    • Hey Caro,

      nein, leider kenne ich den Film noch nicht, habe aber schon davon gehört. Werde ihn mir bestimmt mal demnächst ausleihen:)

      Und klar kenne ich „Tote Mädchen lügen nicht“! ein geniales, berührendes Buch. Liebe es<3 "Wir beide, irgendwann" kann da bei Weitem nicht mithalten, die Idee ist zwar super, jedoch hat mir die Tiefe ziemlich gefehlt. Aber es ist auch einfach etwas ganz anderes als "Tote Mädchen lügen nicht". Lesen würde ich es an deiner Stelle trotzdem:)

      LG
      Anne

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